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Tutorial MenueChromatographieLerneinheit 3 von 9

Hochdruckflüssigchromatographie (HPLC)

Diodenarray-Detektor (DAD) in der HPLC

Abb.1

DAD-Detektoren messen genau wie die UV/VIS-Detektoren eine Lichtabsorption durch die Probe im ultravioletten bzw. visuellen Wellenlängenbereich. Die Wandlung in das elektrische Messsignal erfolgt jedoch nicht durch einzelne Photomesszellen, sondern durch ein Diodenarray (eine Anordnung vieler einzelner Photodioden; 512 bis 1.024 Dioden), das es gestattet, der Zahl der Dioden entsprechend die Anzahl verschiedener Wellenlängen gleichzeitig zu erfassen.

Er bietet also die Möglichkeit von jedem Peak im Chromatogramm das gesamte UV/VIS-Spektrum aufzunehmen (und eventuell die Verbindung zu identifizieren).

Detektionsprinzip

Um ideal nach dem Lambert-Beer'schen Gesetz zu messen, muss die Wellenlänge eingestellt werden, an der die Verbindung ihre maximale Absorption aufweist. Besteht eine Analytmischung aus Komponenten, die starke Unterschiede im Wellenlängenmaximum aufweisen, kann diese nur mit einem DAD analysiert werden. Wie beim UV/VIS-Detektor existieren verschiedene Varianten in den Geräteausführungen. Bauliche Unterschiede ergeben sich aus der abgewandelten Funktionsweise:

  • polychromatisches Licht (Deuterium- oder Wolfram-Lampe) wird auf die Probe eingestrahlt (wellenlängenselektive Absorption durch die Bestandteile der Probe)
  • nach Durchstrahlung der Probe wird der polychromatische Lichtstrahl auf ein Gitter gelenkt, das ihn in seine Teilstrahlen zerlegt
  • Anzahl der Teilstrahlen entspricht der Anzahl der Photodioden auf dem Array
  • Ergebnis: dreidimensionale Abhängigkeit von Zeit, Absorption und Wellenlänge
Abb.2
Prinzip des UV/VIS-Detektors mit Diodenarray (DAD)

Die Daten, die der DAD liefert, schaffen damit weitere Möglichkeiten: Peakverunreinigungen schnell zu erkennen, ohne Verzerrung schnelle Peaks quantitativ zu erfassen (bei "normalen UV/VIS-Geräten müsste u.U. der Fluss angehalten werden, wodurch Rückvermischung, auch bei in der Säule bereits aufgetrennten Verbindungen, auftritt).

Welche Verbindungen sind nachweisbar?

Die mit dem DAD nachweisbaren Verbindungen sind dieselben wie mit dem UV/VIS-Detektor,

hauptsächlich aromatische und ungesättigte konjugierte Verbindungen, aber auch

  • Doppel- und Mehrfachbindungen
  • Carbonyl-Verbindungen (-C=O)
  • -Br, -I, (tlw. Schwefel- und Stickstoff-Verbindungen)
Tab.1
DAD-Detektor
VorteileNachteile
▪ optimale Wahl für die Einzelwellenlängenbestimmung ist leicht möglich ▪ großer linearer Bereich ▪ verschiedene Wellenlängen sind gleichzeitig bestimmbar ▪ Veränderung der Wellenlänge während der chromatographischen Trennung ist programmierbar... ▪Temperaturabhängigkeit (jedoch nur gering) ▪ Sauerstoff im Eluenten absorbiert UV-Strahlung sehr stark und muss deshalb sorgfältig entfernt werden
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