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Tutorial MenueChromatographieLerneinheit 2 von 9

Dünnschichtchromatographie (DC)

Kieselgel (Silicagel) als stationäre Phase

Abb.1
Kieselgelplatten

Kieselgel zählt zu den polaren Sorbentien, an dem ca. 90 % aller Trennungen in der DC ausgeführt werden. Es handelt sich um ein poröses, amorphes und wasserhaltiges Siliziumdioxid mit großer innerer Oberfläche. Getrennt werden mäßig polare Analyten, die in organischen Lösungsmitteln löslich sind. Bei stark polaren Analyten können die Wechselwirkungen mit der Oberfläche zu groß sein, so dass die Trennzonen schlecht aufgelöst werden. Nachteilig beim Kieselgel als Sorbens ist, dass Wasser im Fließmittel zur Deaktivierung der Oberflächenstruktur führt bzw. die Adsorptionseigenschaften verändert.

Struktur eines Kieselgels:

Abb.2
Silanolgruppen am Kieselgel
Abb.3
... mit Wasserstoffbrückenbindungen

  • an der Oberfläche befinden sich Silanol- (-Si-OH) und Silandiol- (-Si(OH)2 ) Gruppen
  • Ausbildung von Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Silanol- bzw. Silandiol-Gruppen
  • Ausbildung von Wasserstoffbrückenbindungen zu polaren Substanzen (Analyt, Wasser, usw.)
  • Adsorption des Analyten auf der Oberfläche des Kieselgels (siehe Hinweis)

Hinweis
Es gibt auch Auffassungen, dass am Kieselgel keine Adsorptionsvorgänge einen Trenneffekt erzeugen, sondern stets Verteilung als Trennvorgang auftritt. Es wird darauf verwiesen, dass Kieselgel aufgrund seiner hohen Polarität stets gesättigt mit der polarsten Komponente des Systems vorliegt. Das können einerseits das Wasser aus der Luft als auch die polaren Zusätze wie Methanol, Ammoniak oder Ethylacetat sein, die dann als trennsensitive Komponenten agieren - die Analyten praktisch nicht mit den Silanolgruppen wechselwirken, sondern mit ihrer Belegung.
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