zum Directory-modus

Tutorial MenueChromatographieLerneinheit 9 von 9

Datenauswertung Chromatographie

Peak-Identifizierung durch Retentionsindices

Oftmals findet man keine passende Vergleichssubstanz, um die Probe anhand ihres Retentionsverhaltens zu identifizieren. Das logarithmische Auftragen der Retentionszeiten einer homologen Reihe von Stoffen (unterscheiden sich nur um eine CH2-Gruppe) kann zur Berechnung von Retentionsindices genutzt werden. Für Proben, die mehrere Komponenten einer homologen Reihe enthalten, ist es möglich, den Logarithmus der Retentionszeit gegen die Anzahl der C-Atome aufzutragen.

Abb.1
Kovats-Index

Die Retentionsindices I ergeben sich aus der Anzahl der homologen C-Atome mit 100 multipliziert. Um eine Probe zu charakterisieren, wird zwischen den beiden einschließenden Standards interpoliert

Es ergibt sich beispielsweise ein linearer Zusammenhang für die homologen Glieder:

  1. Butan: I = 400
  2. Pentan: I = 500
  3. Hexan: I = 600
  4. Heptan: I = 700

Die Extrapolation der Darstellung erlaubt häufig, ein Glied der homologen Reihe nur anhand der gemessenen Retentionzeit zu identifizieren. Jedoch gilt auch hier: für eine absolute Aussage sollten weitere Identifizierungsverfahren herangezogen werden!

Der Retentionsindex ist unabhängig von apparativen Gegebenheiten, er normiert also ein Analysenergebnis. Er ist charakteristisch für eine Probensubstanz und hängt nur noch von der Temperatur und der stationären Phase ab.

Kovats-Indices: Bezieht das Retentionsverhalten eines Analyten auf die homologe Reihe der Alkane. Der Analyt muss dabei nicht zwingend ein Alkan sein. Es wird zwischen den zwei benachbarten Gliedern der Alkan-Reihe interpoliert, zwischen deren Retentionszeiten die des Analyten liegt. Die Lage eines Analytpeaks wird also relativ zu einem benachbarten Alkan-Paar (der Retentionzeit benachbart) angegeben. Der Retentionsindex nach Kovats wird für isotherme Trennbedingungen berechnet nach:

I = 100 y x log t Probe t x log t y t x + 100 x
Legende
x--Anzahl des Gliedes mit der Retentionszeit vor der Probe
y-C-Anzahl des Gliedes mit der Retentionszeit nach der Probe
t-Retentionszeiten

Es gibt weitere Retentionsindices, die sich auf andere homologe Reihen beziehen, z.B. auf Methylester von Fettsäuren. Retentionsindices besitzen zum einen Bedeutung bei der Festlegung der Reihenfolge, mit der verschiedene Verbindungen eluiert werden, und zum anderen beim Vergleich von stationären Phasen, bei denen die Polarität der stationären Phasen abgeschätzt werden soll.

Seite 5 von 25