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Gefahrenpotenzial von Rüstungsaltlasten

Gefahrenpotenzial von Rüstungsaltlasten

Schon während des 1. Weltkrieges wurden in Deutschland zahlreiche Fabriken gebaut oder umgerüstet, die Spreng- und Kampfstoffe für den militärischen Einsatz herstellten. Im 2. Weltkrieg kamen noch weitere Rüstungsbetriebe dazu. An mehr als 300 Standorten wurden im ehemaligen Deutschen Reich Kampfmittel produziert.

Der beträchtliche Flächenbedarf, der schon allein aus den erforderlichen Sicherheitsabständen der Produktionsgebäude resultierte, ist eine Besonderheit rüstungsbedingter Altlasten und erschwert die heutigen Erkundungs- und Sanierungsmaßnahmen. Vor allem aber sind die Bedingungen, unter denen die schon an sich gefährlichen Substanzen produziert, gelagert und getestet wurden, für das resultierende hohe Gefahrenpotenzial solcher Standorte verantwortlich.

Rüstungsaltlasten stellen ein hohes Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt dar, da der Aufbau und Betrieb der Rüstungsproduktion sowie der Umgang mit den Produkten und ihre Beseitigung unter Kriegs- oder Nachkriegsbedingungen erfolgten und somit Arbeits- oder Umweltschutzmaßnahmen keinerlei Priorität hatten.

Wenig kontrollierte Abfallentsorgungen, Betriebsunfälle, Bombenangriffe, schnelle Umrüstung der Produktion wegen Rohstoffmangels oder überstürzte Verlagerung von ganzen Produktionsstätten führten insbesondere in den letzten Kriegsjahren zum Schadstoffaustritt in großer Menge. Auch die Sprengungen nach Kriegsende durch die "Alliierten" zur Zerstörung der deutschen Rüstungsproduktion verursachten häufig weitere Schadstoffkontaminationen solcher Standorte.

Abb.1
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