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Gefahrenpotenzial von Rüstungsaltlasten

Schadstoffspektrum

Das Schadstoffspektrum von Rüstungsaltlasten umfasst zum einen Schadstoffe, die auch bei zivilen Altlasten erwartet werden. Das betrifft Substanzen, die durch unsachgemäßen Umgang mit Militärtechnik in die Umwelt gelangt sind (so z.B. Treib- und Schmierstoffe), aber auch Rückstände der Wartung oder Reinigung (wie Anstrichstoffe, Holzschutzmittel, Verdünnung, Ölfilter u.a.) oder Abfälle der Entsorgung (wie Bleiakkus, Gummireste von Schutzausrüstung, Schrott o.ä.).

Verdachtsflächen von Rüstungsaltlasten weisen jedoch außerdem branchentypische Schadstoffe der Rüstungsindustrie auf, d. h. militärchemische Erzeugnisse, die keine oder wenig zivile Anwendung finden.

Solche Gefahrstoffe sind vor allem:

  • Chemische Kampfstoffe (munitioniert: chemische Waffen)
  • Brand-, Nebel-, und Rauchmittel
  • Explosivstoffe (munitioniert: Granaten, Bomben, u.ä.)
  • Rückstände aus dessen Vernichtung

Die meist zahlreichen Vor- Zwischen-, und Abbauprodukte dieser Gefahrstoffe wirken oft ebenfalls toxisch und erweitern das Spektrum der branchentypischen Schadstoffe um ein Vielfaches. So führt beispielsweise die Produktion von Trinitrotoluol (TNT), einer einzigen Substanz, über Neben- und Folgereaktionen zu einer großen Anzahl weiterer Verbindungen im Boden und, abhängig von ihrer Mobilität, auch im Grundwasser. Bei der Gefahrenabschätzung von Rüstungsaltlasten-Verdachtsflächen dürfen diese Folgeprodukte nicht unberücksichtigt bleiben. So sind die Aufklärung des Abbauverhaltens der zu erwartenden Gefahrstoffe und die Einschätzung der Toxizität der jeweiligen Abbauprodukte wichtige Voraussetzung für die notwendigen analytischen Untersuchungen.

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