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Analytik von Rüstungsaltlasten

Schnell- und Screeninganalysen

Zur Aufklärung des Gefährdungspotenzials von Rüstungsaltlasten muss eine Vielzahl Wasser- und Bodenproben unterschiedlicher Schadstoffbelastung untersucht werden. Solche Untersuchungen sind zeitaufwendig und kostenintensiv und sie können bei Unkenntnis der Probebelastung eine Gefahr für die Beschäftigten darstellen. Daher spielt der Einsatz von Schnell- und Screening-Verfahren in der Rüstungsaltlasten-Analytik eine wichtige Rolle.

Mit Hilfe solcher Verfahren können vor Ort schnell und kostengünstig Informationen über die stoffliche Zusammensetzung von Proben gewonnenen werden (quantitative Aussagen lassen sich nur teilweise ableiten). So können Schadensbereiche leichter abgegrenzt und die Vielfalt der Schadstoffe eingeschränkt werden. Einige Screening-Methoden lassen sich nur im Labor durchführen. Sie werden eingesetzt, um in relativ kurzer Zeit belastete Proben aus einer großen Probemenge zu erkennen.

Das primäre Ziel des Einsatzes solcher Schnelltests und Screening-Analysen vor Ort ist dabei immer die Gewährleistung der Arbeitssicherheit zur Vermeidung einer Gefährdung durch Inhalation oder Hautkontakt. Nur gelegentlich werden die Ergebnisse von Screening-Verfahren auch zur Entscheidungsfindung über Probenahmestellen für die sich anschließenden genaueren Laboruntersuchungen herangezogen.

Tab.1
Schnell- und Screeninganalysen
Verfahren / HilfsmittelProbenEinsatzUntersuchungsziel
GasspürröhrchenUmgebungsluft, Bodenluftvor OrtÜberwachung bei Beprobungs- und Sanierungsarbeiten / Vorerkundung in Hohlräumen
dünnschichtchromatographische Schnelltests Bodenproben Wasserprobenim LaborEinzel- und Gruppennachweise (z. B. auf arsenorganische Verbindungen)
photometrische und kolorimetrische Tests Bodenproben Wasserproben im Labor, modifiziert auch vor Ort Gruppennachweis für Nitrotoluole/ TNT-Test
biologische TestsBodenproben Wasserproben im LaborNachweis für Sarin und Tabun oder Nachweis für TNT

Bei der Erkundung von Rüstungsaltlasten werden vor Ort häufig auch mobile HPLC- oder GC/MS-Systeme eingesetzt, mit deren Hilfe sich das breiteste Spektrum potentieller Kontaminanten abklären lässt (untersuchbar sind Bodenproben, Wasserproben und die Umgebungsluft). Obwohl diese Verfahren vor Ort angewendet werden, ist ihre Zuordnung zu den Schnell- und Sreening-Verfahren umstritten.

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