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Tutorial MenueAnalytische AnwendungsbeispieleLerneinheit 2 von 8

Analytik von Rüstungsaltlasten

Probenahme

Die Probenahme ist ein wesentlicher Teil der strategischen Gesamtplanung der Altlastenbewertung. Sie nimmt großen Einfluss auf die Sinnhaftigkeit der Untersuchungen, auf die Richtigkeit der Endaussagen und auf den Gesamtumfang der Arbeiten.

Vorbereitung

Zunächst muss eine Auswertung aller vorhandenen Unterlagen erfolgen (Einsicht in topographische, geologische und hydrogeologische Karten, in Bodennutzungskarten, in forstliche und vegetationskundliche Karten, in Klimakarten und auf langjährige Wetterdaten). Die Durchführung einer Übersichtsbegehung ist sinnvoll, wenn kein Risiko einer unmittelbaren Gefährdung gegeben ist. Weiterhin müssen folgende Standortbeschaffenheiten abgeklärt werden:

  • Geologische Bewertung des Areals
  • Hydrologische Bewertung (ggf. Anlegen von Beobachtungsbrunnen für ein Langzeitmonitoring)
  • Einfluss der Windverhältnisse auf die Verteilung der Schadstoffe
  • Empfindlichkeit des Standortes gegenüber Schadstoffeinträgen anhand seiner Bodenart (Humusgehalt, Kalkgehalt, Ausgangsgestein, Kationenaustauschkapazität, pH-Wert, Wasserhaushalt, Gründigkeit und Bodentyp)

Ziel der Vorbereitungsarbeiten ist die Festlegung der Probenahmepunkte auf dem Areal und die Entwicklung einer Probenahmestrategie.

Festlegung der Probenahmestellen (Beprobungsraster)

Geräte und Hilfsmittel

Geeignete Geräte für die Entnahme von Luft-, Wasser-, und Bodenproben (Saugpumpen für Luft, Bodenluftsonden, Sorptionsröhrchen, Schöpfgeräte, Wasserpumpen, Spaten, Bohrgestänge für Kernbohrungen mit Schlag und Ziehgerät, Erdbohrstöcke u.a.) sind bei renommierten Ingenieurgesellschaften oder Bohrgesellschaften oder im Handel in unterschiedlichster Ausführung vorhanden. Ihr Pflegezustand ist vorher zu begutachten.

Zusätzliche Hilfsmittel werden u. a. benötigt zum Orts- und Rastervermessen (geodätische Messgeräte) und für die Dokumentation (Karten, Fotoapparat, Protokoll). Glasgeräte sind entweder neuwertig (steril verpackt) zu verwenden oder werden nach Reinigung in der Spülmaschine mit Dichlormethan/Aceton gespült, ausgedampft und anschließend bis zum Einsatz verschlossen gehalten.

Abb.1
Erdbohrstock (schematisch)

Vor-Ort-Extraktion

Hydrolyseempfindliche Substanzen (das sind fast alle chemischen Kampfstoffe) würden sich in der Originalprobe während der Aufbewahrung bis zur Analyse weitgehend zersetzen. Um das Konzentrationsprofil in der Originalprobe zum Zeitpunkt der Probenahme zur erfassen, wird bereits vor Ort ein Extrakt hergestellt: Dabei werden alle lipophilen Komponenten in ein wasserfreies organisches Lösungsmittel (Dichlormethan bzw. tert.-Butylmethylether) überführt und so bis zur Analyse unzersetzt aufbewahrt.

Lagerung

Die entnommenen Proben (auch die Luftproben und die Vor-Ort-Extrakte) werden bei 4 °C sofort kühl gelagert und schnellstens weiter verarbeitet. Für die weitere Aufarbeitung der Proben im Labor hat sich die Reihenfolge Luftproben, Vor-Ort-Extrakte, Wasser- und Bodenproben bewährt. Zum Filtrieren ist vorteilhaft die Membrandruckfiltertechnik einzusetzen. Einengungen erfolgen über Rotationsverdampfer mit Spritzfängern oder durch Verdunsten mittels Aufblasen von Inertgas (Stickstoff).

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