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Autoimmundiagnostik

Methoden zum Nachweis von Autoantikörpern

Im klinischen Labor ist es wichtig, dass ein Test auch bei hohem Probenaufkommen schnell und mit möglichst geringem Aufwand durchgeführt werden kann. Gleichzeitig müssen die Tests zuverlässig und reproduzierbar standardisierte und eindeutige Ergebnisse liefern.

Entscheidende Kriterien für die Qualität eines Labortests sind seine Spezifität und seine Sensitivität. Sie sind wie folgt definiert:

  • Die diagnostische Sensitivität entspricht dem Anteil der Patienten mit der entsprechenden Krankheit, die der Test korrekt erfasst. (Quotient aus Anzahl richtig positiver Testergebnisse und Gesamtzahl der Patienten mit dieser Erkrankung.) Das entspricht der Wahrscheinlichkeit, dass der Test bei Vorhandensein des Zielmarkers einen positiven Befund anzeigt.
  • Die diagnostische Spezifität ergibt sich aus dem Quotienten der Anzahl richtig negativer Testergebnisse und der Gesamtzahl der Patienten/Probanden ohne die entsprechende Erkrankung. Sie entspricht dem Anteil gesunder Probanden, die der Test korrekt erkennt. Das entspricht der Wahrscheinlichkeit, dass der Test bei Nichtvorhandensein des Zielmarkers einen negativen Befund anzeigt.

Zum Nachweis von Autoantikörpern bei der Diagnostik von Autoimmunkrankheiten werden heute die folgenden drei Methoden bevorzugt eingesetzt:

  1. Immunfluoreszenztests an Gewebeschnitten oder an Zellkulturen (IFT)
  2. enzymgekoppelte Immunabsorbtionstests (ELISA)
  3. Immunoblots

Zur Stufendiagnostik führt man häufig zunächst einen Immunfluoreszenztest zum Screening durch, dessen Ergebnis dann durch eines der beiden anderen Verfahren bestätigt und differenziert oder quantifiziert wird.

Die folgende Tabelle gibt einen vergleichenden Überblick über diese drei Methoden zum Nachweis von Autoantikörpern

Tab.1
Methoden des Autoantikörper-Nachweises
NachweismethodeSubstratIndikationVorteileNachteile
Indirekter Immunfluoreszenztest (IFT)Gefrierschnitte von Organen der Ratte oder Maus (z.B. Leber, Niere, Herz, Magen) Screening auf nicht organspezifische Autoantikörper (z.B. bei Kollagenosen, autoimmunen Lebererkrankungen)ein Ansatz erlaubt den Nachweis eines ganzen Spektrums von Autoantikörpern; gute Sensitivität, sehr gute Spezifität viel Erfahrung zur Interpretation der Fluoreszenzmuster notwendig, dadurch hohe Subjektivität
Gefrierschnitte von humanem Gewebe (z.B. Schilddrüse, Pankreas)Nachweis von Autoantikörpern bei organspezifischen Autoimmunerkrankungen (z.B. Thyreoiditis, Diabetes mellitus I)native Antigene in ihrer natürlichen Umgebung und Konformation werden detektiertSubspezifitäten von Antikörpern können nicht differenziert werden
Zelllinien (z.B. HEp2-Zellen, Human Epithelial cells)Screening, Nachweis mancher Antikörperspezifitäten möglichDifferenzierung von Kernantigenen möglich, auch Reaktionen mit cytoplasmatischen Antigenen können nachgewiesen werdenerfasst relativ häufig natürlich vorkommende Antikörper ohne klinische Relevanz (hoher Hintergrund)
Enzym-gekoppelter Immunabsorbtionstest (ELISA1))gereinigte Antigene, rekombinante AntigeneNachweis einzelner Antikörperspezifitäten genauso möglich wie ein definiertes Screeningmeist hohe Sensitivität und SpezifitätFalsch positiv: niedrig-titrig vorhandene natürliche Autoantikörper werden erfasst, bei rekombinanten Antigenen sind Reaktionen mit evtl. noch aus der Produktion vorhandenen Bakterienantigenen möglich.
dient zur Bestätigung von Befunden aus der IFT und zur Quantifizierungeinfache Durchführbarkeit, gute Standardisierbarkeit, objektive Messmethode; Titer/Aktivitätsangaben möglich; automatisierbarFalsch negativ: Autoantikörper erkennen Konformationsantigene und reagieren oft mit mehreren Determinanten eines Antigens. Beim Anheften an die Mikrotiterplatte können antigene Epitope zerstört bzw. verändert werden. Rekombinante Antigene haben oft nicht die native Konformation und repräsentieren nicht immer alle Determinanten.
Immunoblot Antigenfraktionen, gereinigte AntigeneScreening, gleichzeitiger schneller Nachweis verschiedener SpezifitätenImmunoblot einfach und schnell durchzuführen; erlaubt die Differenzierung verschiedener Antigendeterminanten; gute Sensitivität und Spezifität; Konzentrationsabschätzungen möglich (semiquantitativ)Falsch positiv: natürliche Autoantikörper können erfasst werden. Falsch negativ: Gegen Konformationsepitope gerichtet Antikörper sind im Blot manchmal schwierig nachzuweisen, da sie beim Aufbringen auf die Membran verändert werden.
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