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Tutorial MenueAutoimmundiagnostikLerneinheit 1 von 2

Autoimmunität - eine Einführung

Erworbene Immunität - T-Zellen

Die Komponenten der spezifischen, erworbenen Immunabwehr werden auch als adaptives Immunsystem bezeichnet. Es zeichnet sich durch seine Anpassungsfähigkeit an neue oder veränderte Krankheitserreger aus und besitzt ein Erinnerungsvermögen, das so genannte immunologische Gedächtnis. Die Zellen der adaptiven Immunabwehr sind in der Lage, typische Strukturen (Antigene) der Angreifer zu erkennen und sie mit gezielten zellulären Abwehrmechanismen und spezifischen Antikörpern zu bekämpfen. Die adaptive Immunität beruht im Wesentlichen auf zwei Gruppen von Zellen.

T-Lymphocyten

Abb.1
T-Zelle, aufgenommen mit einem Rasterelektronenmikroskop
Quelle: Triche/NCI

Die T-Lymphocyten bilden die Grundlage für die zellvermittelte Immunantwort indem sie entweder infizierte Körperzellen erkennen und vernichten (cytotoxische T-Zellen) oder immunmodulierende Botenstoffe ausschütten, die andere Immunzellen stimulieren (T-Helferzellen).

T-Zellen binden über ihren spezifischen T-Zell-Rezeptor an Antigen-präsentierende Zellen, z.B. Makrophagen, dendritische Zellen, B-Zellen oder infizierte Körperzellen. Dabei besitzt jede T-Zelle ihren eigenen, individuellen T-Zell-Rezeptor, der nur ein einziges, spezifisches Antigen erkennt. Über die Bindung an Makrophagen, die das passende Antigen präsentieren, werden die T-Zellen aktiviert. Eine aktivierte cytotoxische T-Zelle erkennt ihr Antigen auf der Oberfläche einer infizierten Körperzelle, bindet daran und zerstört die kranke Zelle, indem sie das Protein Perforin sezerniert, das sich in die Zellmembran einlagert und diese durchlöchert.

Abb.2
Eine cytotoxische T-Zelle zerstört eine Virus-infizierte Körperzelle
© Orgentec Diagnostika

T-Helferzellen produzieren chemische Botenstoffe, die so genannten Cytokine. Dazu gehören unter anderen die Interleukine IL-1, IL-2, IL-17 oder IL-23, Interferone, Tumor-Nekrose-Faktor alpha. Mithilfe dieser Botenstoffe und über direkte Zell-Zell-Kontakte regulieren T-Zellen die Immunantwort und steuern die Aktivierung anderer Zellen des Immunsystems. Eine aktivierte T-Helferzelle kann zum Beispiel an die passende B-Zelle binden und sie über diese direkte Interaktion zur Teilung und Reifung stimulieren.

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