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Platin in der Medizintechnik

Platin in der minimal-invasiven Aneurysma-Behandlung

Abb.1
Aneurysma-Behandlung
© Heraeus

Links: Mit Platin-Coil (Platin-Spiralen) ausgefülltes Aneurysma. Rechts unten: Platin-Coil mit primärer und sekundärer Formgebung.

Circa 2-5 % der Bevölkerung in Europa besitzen ein sogenanntes Gehirnaneurysma. Dieses Aneurysma ist eine Aussackung einer Gefäßwand im Gehirn. Es kann in seltenen Fällen platzen, so dass es in der Folge zu einer Hirnblutung kommt. Befindet sich das geplatzte Aneurysma an den Hirnbasis-Gefäßen, verläuft die Hirnblutung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit tödlich. Wenn sie überlebt wird, bleiben meist neurologische Ausfälle, wie z.B. Lähmungen oder Sprachstörungen.

Seit Mitte der 1990er Jahre werden Aneurysmata minimal-invasiv durch die sogenannte „Coiling“-Therapie behandelt. Dabei werden durch einen Katheter kleinste Spiralen aus Platin-Legierungen in dem Aneurysma platziert (Abb. 1) . Diese Spiralen füllen das Aneurysma, so dass der Blutstrom im Aneurysma zum Erliegen kommt. In der Folge gerinnt das Blut im Aneurysma, der entstandene Thrombus stabilisiert jedoch die Gefäßwand, so dass eine Gefahr eines geplatzten Aneurysma nicht weiter besteht.

Als Materialien kommen Platin-Wolfram (8 Gew.-% Wolfram) und Platin-Iridium (10 Gew.-% Iridium) zum Einsatz. Die Drahtdurchmesser betragen typischerweise zwischen 30 und 70 µm. Zunächst wird aus den Drähten eine Primärwicklung hergestellt, die anschließend über eine Sekundärformgebung und einen Wärmebehandlungsprozess noch eine sekundäre Form eingeprägt bekommt.

Übungsaufgabe

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