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Tutorial MenueDie Welt der PlatinmetalleLerneinheit 1 von 5

Platin als metallischer Werkstoff

Anwendungsbeispiele in der chemischen Analytik

Abb.1
Platin-Analysentiegel
© Heraeus

Tiegel und Schalen für die Probenpräparation zur Röntgenfluoreszenzanalyse

Die Verwendung von Tiegeln, Schalen und anderen Laborgeräten aus Platin und dessen Legierungen zum Aufschluss von Proben hat eine außergewöhnliche Bedeutung für die chemische Analytik erlangt. Dies ist auf die nahezu perfekte Oxidationsbeständigkeit der Platin-Werkstoffe und ihre ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber korrosiven Angriffen durch viele chemische Medien zurückzuführen. So wird einerseits sichergestellt, dass die zu analysierenden Proben durch gelöstes Metall nicht verunreinigt werden, andererseits aber auch, dass die über viele Aufschlüsse stabile Masse der Tiegel und Schalen die hohe Präzision gravimetrischer Bestimmungen ermöglicht.

Speziell in der Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) werden Proben häufig in einem oxidischen Flussmittel aufgeschlossen, z.B. in Lithiumtetraborat. Wegen der Oxidations- und Korrosionsbeständigkeit gegen die Aufschlussmittel und darin enthaltenen Metalloxide wird der Aufschluss üblicherweise in einem Tiegel aus Platin ausgeführt und dient der homogenen Verteilung der Probe in der Lithiumtetraborat-Glasschmelze. Die Schmelze wird in eine Platin-Schaledie einen extrem ebenen, glatten Boden aufweist, zu einem Knopf abgegossen. Dadurch erhält der Boden der Probe (des Knopfes) die gleiche Glätte und Ebenheit und bietet deswegen eine ideale Oberfläche für die Durchführung der Analyse. Der Aufschluss und Abguss der Probe wird häufig in automatischen oder halbautomatischen Aufschlussgeräten durchgeführt.

Die Tiegel und Schalen können aus chemisch reinem Platin hergestellt werden. Von großem Vorteil ist die Verwendung der Legierung PtAu5, da ihre günstigen Benetzungseigenschaften das restlose Ausgießen der Schmelze aus dem Tiegel und das leichte Lösen der Knopfprobe aus der Schale ermöglichen. Insbesondere in Laboren mit einem hohen Probenaufkommen bietet die erhöhte mechanische Stabilität der oxiddispersionsgehärteten Version der Legierung (PtAu5 DPH) verbesserte Standzeiten.

Bei der Verwendung von Platin muss jedoch die Gefahr der Kontamination des Materials durch Platin-Gifte beachtet werde. Das sind Elemente (z.B. Arsen, Bismut, Phosphor, Silicium, Schwefel, Blei), die in der Form ihrer Oxide unschädlich sind, welche jedoch in elementarer Form mit Platin tiefschmelzende Eutektika bilden und damit zum raschen Versagen eines Platin-Bauteils führen. Deshalb ist bei der Nutzung von Platin-Geräten die Vermeidung reduzierender Bedingungen von primärer Bedeutung.

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