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Tutorial MenueDie Welt der PlatinmetalleLerneinheit 1 von 5

Platin als metallischer Werkstoff

Schmelzen von Platin und Legierungen

Abb.1
Einschmelzen
© Heraeus

Einschmelzen von Rücklaufmaterial aus der eigenen Platinfertigung.

Reines Platin wird durch das Umschmelzen von chemisch gefälltem Schwamm oder Pulver im Induktionsofen hergestellt. Bedingt durch die hohe Oxidationsbeständigkeit des Platins ist es vorteilhaft, den Schmelzvorgang unter Luftatmosphäre durchzuführen, da die weniger edlen Verunreinigungen oxidieren und in der Form einer Schlacke dem Platin entzogen werden. Trotz des hohen Schmelzpunktes von Platin können Tiegel aus Quarzglas oder Quarzgut verwendet werden. Beim Schmelzprozess können den frisch gefällten Materialien Prozessrückläufe (z.B. Blechreste aus der Halbzeugfertigung) dazugegeben werden. Es ist üblich, vor dem Gießen des Barrens eine Analysenprobe abzugießen.

Legierungen aus Platin mit Gold können auf analoge Weise hergestellt werden, da sie eine etwas tiefere Schmelztemperatur als Platin und gleich gute Oxidationsbeständigkeit aufweisen.

Legierungen aus Platin mit Rhodium oder Iridium neigen zur Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft, was zu Porenbildung im Gussbarren führen kann. Aus diesem Grund werden sie normalerweise unter Schutzgas (Stickstoff oder Argon) oder Vakuum geschmolzen. Darüber hinaus haben sie eine höhere Schmelztemperatur als Platin. Unter diesen Bedingungen sollten Tiegel aus Quarz nicht mehr benutzt werden, weil das Material erstens zu weich wird und zweitens im Kontakt mit der Legierung zu Silicium reduziert werden kann. Hier werden üblicherweise Tiegel aus Zirkoniumdioxid eingesetzt.

Abb.2
Barrenguss
© Heraeus

Gießen einer Platin-Legierung in eine wassergekühlte Kupferkokille.

Normalerweise wird die Schmelze in Kokillen aus Kupfer mit oder auch ohne Wasserkühlung zu Barren gegossen.

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