zum Directory-modus

Tutorial MenueSubstitution und EliminierungLerneinheit 1 von 6

SN1 - Nucleophile Substitution erster Ordnung

Stereochemie der SN1-Reaktion

Reagiert ein chirales Substrat nach einem SN1-Mechanismus, werden zwei Produkte gebildet. Eines besitzt die gleiche relative Konfiguration wie das Edukt (Retention), das andere ist invertiert (Inversion). Bei einer SN1-Reaktion verlässt die Abgangsgruppe das Substrat bevor das Nucleophil angreift. Das gebildete Carbokation ist trigonal-planar und kann deshalb von beiden Seiten her nahezu gleich gut von einem Nucleophil angegriffen werden.

Abb.1
Einfluss der Abgangsgruppe auf die Stereochemie des Produkts

In der Praxis kommt es jedoch häufig nicht zu einer vollständigen Racemisierung, sondern zu einem geringen Überschuss des Inversionsprodukts. Dieser Befund tritt vor allem bei Substraten mit mäßigen Abgangsgruppen (z.B. Chlorid-Ion) auf, da es in solchen Fällen bereits vor der vollständigen Spaltung der C-X-Bindung zum Rückseitenangriff des Nucleophils kommt.

Das Bromid-Ion ist im Gegensatz zum Chlorid-Ion eine sehr gute Abgangsgruppe. In solchen Fällen kommt es häufig zu einer vollständigen Racemisierung. Dieses Ergebnis kann experimentell überprüft werden: Die beiden enantiomeren 1-Phenylethanole riechen nämlich unterschiedlich. Je nach Startmaterial kann das Produkt also einfach unterschieden werden.

Ein experimentelles Beispiel für eine solch unvollständige Racemisierung ist das unterschiedliche Ergebnis einer Hydrolyse von 1-Chlor- bzw. 1-Brom-ethylbenzol.

Abb.2
Unvollständige Racemisierungen in Abhängigkeit von der Abgangsgruppe am Beispiel von 1-Halogen-ethylbenzol

Übung

Seite 4 von 10