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Tutorial MenueStruktur und Reaktionen von Carbonyl-VerbindungenLerneinheit 8 von 8

Aldol-Addition, Aldol-Kondensation und ähnliche Reaktionen

Enamine

Die Bezeichnung Enamine setzt sich aus den Wortteilen en für eine Doppelbindung und Amin zusammen. Dies ist eine in Anlehnung an die Bezeichnung Enol (Alken und Alkohol) gebildete Bezeichnung für α,β-ungesättigte Amine. Diese Enamine können auch als vinyloge Amine aufgefasst werden. Analog zu der Keto-Enol-Tautomerie bei den Carbonyl-Verbindungen gibt es bei den Enaminen die Imin (Schiff'sche Base)-Enamin-Tautomerie, wobei das Gleichgewicht in der Regel ganz auf der Imin-Seite liegt.

Abb.1
Enamin-Imin-Tautomerie
Abb.2
Enamine

Werden am Stickstoff-Atom disubstituierte Amine zur Synthese von Enaminen aus Carbonyl-Verbindungen verwendet, so ist natürlich nur die Enamin-Form möglich. Die bequemste Synthesemethode von Enaminen ist die Umsetzung von Aldehyden oder Ketonen mit sekundären Aminen unter Säurekatalyse. Als Amin-Komponenten haben sich besonders heterocyclische Amine wie Pyrrolidin, Piperidin und Morpholin bewährt. Solche Enamine sind aufgrund des +M-Effekts des Stickstoffs elektronenreich und nucleophil und reagieren nach einem SN2-Mechanismuns mit geeigneten Alkylhalogeniden (Methyl-, primäre, manchmal sekundäre Alkylhalogenide). Über die Stufe der Enamine können so unter anderem Carbonyl-Verbindungen in der α-Position alkyliert oder acyliert werden. Der elektrophile Angriff eines Alkylhalogenides bzw. eines Säurechlorides auf das nucleophile β-Kohlenstoff-Atom des Enamins leitet die Reaktion ein. Die Reaktion wird durch die Zugabe von Wasser, also der Hydrolyse des Iminium-Salzes beendet.

Abb.3
Alkylierung von Enaminen

Auch bei der Alkylierung von Enaminen gibt es den Nachteil einer eventuell zu geringen Selektivität, wenn an mehr als einer Stelle deprotoniert werden kann, zudem sind eventuell auch hier Überalkylierungen möglich.

Übung 1

Übung 2

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