zum Directory-modus

Tutorial MenueVom Gen zum Protein - eine EinführungLerneinheit 3 von 3

Einführung in die Genexpression

Ribosomale RNA ( rRNA)

Definition
Ribosomen sind die Orte der Proteinbiosynthese. Die Bezeichnung leitet sich aus der Ribonucleinsäure und dem griechischen Wort für Körper ab. Diese Zellorganellen bestehen zu etwa zwei Dritteln aus ribosomaler RNA (rRNA) und zahlreichen Proteinen. Die Ribonucleinsäuren und Proteine sind in zwei großen Komplexen organisiert, die als kleine und große Untereinheit bezeichnet werden.
Abb.1
Kleine und große Untereinheit des Ribosoms

Während die eher flexibel aufgebaute kleine Untereinheit des Ribosoms vor allem für den Kontakt von mRNA und tRNA verantwortlich ist, katalysiert die eher starre große Untereinheit die Peptidbindung zwischen den Aminosäuren.

Das prokaryontische 70S-Ribosom enthält die 16S, 5S und 23S rRNA und 54 verschiedene Proteine. Das 80S-Säugerzell-Ribosomen setzen sich aus vier rRNAs von 18S, 5S, 5,8S und 28S und 82 Proteinen zusammen. Die Gene für rRNAs kommen bei Pro- und Eukaryonten in mehreren Kopien im Genom vor und werden als ein größeres Vorläufermolekül synthetisiert, aus dem dann die einzelnen rRNAs herausgeschnitten werden. Da der Ribosomenaufbau für Eu- und Prokaryonten im Wesentlichen gleich ist, wird an dieser Stelle nur das prokaryontische Ribosom im Detail vorgestellt. Die abweichende Größenbezeichnung der entsprechenden eukaryontischen Untereinheit ist jeweils in Klammern angegeben.

Die 16S (18S) rRNA ist Bestandteil der kleinen Untereinheit.

Die 23S (28S) rRNA ist Bestandteil der großen Untereinheit. Ihre Aufgabe besteht in erster Linie darin, das 3'-CCA-Ende der tRNA zu binden und an der Katalyse der Reaktion teilzunehmen.

Die kleinste der ribosomalen RNAs ist die 5S rRNA der großen Untereinheit. Über die Funktion besteht noch Unklarheit. Die 5,8S rRNA der Eukaryonten spielt vermutlich bei der Translokation des Ribosoms eine Rolle.

Die Untereinheiten des pro- und eukaryontischen Ribosoms in der Übersicht

Hinweis
S ist der so genannte Sedimentationskoeffizient, der in der Einheit Svedberg angegeben wird (1 S = 1013 s). Der Sedimentationskoeffizient wird durch Zentrifugation eines Moleküls in einer Ultrazentrifuge unter Vakuum ermittelt.
Seite 8 von 19