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Tutorial MenuePharmakokinetikLerneinheit 2 von 4

Einführung in die kinetischen Verfahren in der Pharmazie

Reaktionsordnung und Zeitgesetze

Reaktionen nullter Ordnung

Katalysierte Reaktionen sind in ihrer Geschwindigkeit unabhängig von der Substratkonzentration. Dies gilt für die Geschwindigkeit der Aufnahme oder Ausscheidung eines Arzneistoffes, wenn sie nicht proportional zur Konzentration ist. Es gilt die folgende Gleichung

d c / d t = k 0

Trägt man die Konzentration gegen die Zeit numerisch auf, so erhält man eine Gerade, bei halblogarithmischem Auftragen ergibt sich eine konvex gekrümmte Kurve.

Beispiel

Die Ausscheidung von Ethanol, das Ansteigen der Blutspiegelkurve bei intravenöser Tropfinfusion oder die Resorption der Wirkstoffe aus Retardarzneiformen.

Reaktionen erster Ordnung

Die meisten Prozesse der Resorption, Distribution und Elimination folgen einer Kinetik erster Ordnung, bei der die Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration abhängt:

d c / d t = k 1 c

Die Reaktionsgeschwindigkeitskonstante hat die Dimension s - 1 . Der Konzentrationsverlauf ist in der Abbildung wiedergegeben.

Hinweis
Mehr als 90% der Arzneistoffe zeigen bei Resorption, Distribution und Elimination eine solche Kinetik.

Reaktionen zweiter Ordnung

Dieser Reaktionstyp tritt vor allem bei der Sättigung der Gewebebindung auf. Es handelt sich dabei um bimolekulare Reaktionen, die gemäß den beiden folgenden Gleichungen beschrieben werden können, je nachdem ob zwei identische oder zwei unterschiedliche Moleküle miteinander reagieren ( g ist freie Gewebebindungsstelle):

d c d t = k 2 c 2
d c d t = k 2 c g

Reaktionen mit pseudo-1.Ordnung

Liegt einer der Reaktionspartner im Überschuss vor, so ändert sich während der Reaktion seine Konzentration nur unmerklich (bleibt konstant). Es resultiert eine Kinetik pseudo-1. Ordnung. Pseudo-Reaktionsordnungen sind in der Biotransformation recht häufig.

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