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Tutorial MenueFeststoffeLerneinheit 10 von 11

Atomkristalle

Kettenstruktur

Kettenstruktur bilden Materialien, in denen die Gitterbausteine nur in eine Dimension gerichtet sind. Die Gitterbausteine sind kettenförmig angeordnet. Die einzelnen Ketten werden durch Van-der-Waals-Kräfte (London-Kräfte) oder durch gegensätzlich geladene Ionen zusammengehalten.

Beispiel Kettensilicate

Silicate bilden u.a. Kettenstrukturen. Das Silicium liegt stets in der Oxidationszahl +4 vor und wird von vier Sauerstoff-Atomen umgeben. Zwischen den Silicium-Atom und den Sauerstoff-Atomen wirken starke kovalente Bindungskräfte. Deshalb besitzen Silicate mit Kettenstruktur gute Spaltbarkeit in Kettenrichtung.

Abb.1
Pyroxen, [Si3O6]6-
Abb.2
Wollastonit, [Si3O9]4-

Die Summenformel für ein Kettenelement lautet [SiO32-]x. Aufgrund des Elektronenmangels im Tetraeder können die Ketten benachbarte Silicium-Tetraeder oder Fremdkationen binden. Silicat-Ketten können sich dementsprechend bezüglich des Kettenaufbaus unterscheiden, was zusätzlich zur Möglichkeit unterschiedliche Kationen zu binden, ihre Strukturvielfalt erhöht.

Beispiel Beryliumchlorid

Berylliumchlorid kristallisiert in der Kettenstruktur, in der jedes Beryllium-Atom tetraedrisch von vier Chloriden umgeben ist (analog der Kettensilicate).

Berylliumchlorid ist ein sehr schlechter Leiter. Seine Leitfähigkeit liegt zwischen der von ionischen und kovalenten Chloriden, bei ca. 1/1000 des Wertes von Natriumchlorid.

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