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Tutorial MenueDie chemische BindungLerneinheit 11 von 20

VSEPR-Theorie - Verbesserung der Strukturvorhersage

Einfluss elektronegativer Liganden auf die Bindungswinkel

Den zweiten großen Einfluss auf den Bindungswinkel zwischen dem Zentralatom A und den Liganden X üben die Elektronegativitäten der Liganden aus.

Liganden mit großer Elektronegativität ziehen geometrisch die Ladungsverteilung zum Kern des Liganden. Der Raumbedarf der Ladungsverteilung am Zentralatom wird mit größer werdender Elektronegativität des Liganden (genauer: mit größer werdender Elektronegativitätsdifferenz zwischen Zentralatom und Ligand) geringer. Dies führt zur Aufweitung der übrigen Winkel, das heißt die elektronegativen Partner können zusammenrücken.

Abb.1
H2O/104.5°
Abb.2
F2O/103.2°
Abb.3
NH3/107.3°
Abb.4
NF3/102°

Im CFCl3 beobachtet man eine Aufweitung der Cl-C-Cl Bindungswinkel auf 113° in Übereinstimmung mit der Gillespie'schen Theorie. Das bindende Elektronenpaar der Fluor-Kohlenstoff-Bindung hat aufgrund der großen Elektronegativität des Fluors einen geringeren Raumbedarf als die Elektronen der C-Cl-Bindung. Dies führt zur Aufweitung des Cl-C-Cl-Winkels über den normalen Tetraederwinkel (109.5°) hinaus auf 113°.

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