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Tutorial MenueAtombauLerneinheit 13 von 14

Ionisierende Strahlung

Anwendung ionisierender Strahlung bei Kunststoffen

Lackhärtung

Das Aushärten von in flüssigem Zustand aufgetragenen Lacken zu stabilen Oberflächenschichten wird als Lackhärtung bezeichnet. Diese Lackhärtung kann entweder durch Lufttrocknung (physikalische Trocknung, oxidative Vernetzung, Luftfeuchtigkeitshärtung) erfolgen oder, wie bei der Härtung von Kunststoffen, durch Polymerisation (ungesättigtes Polyester/Styrol), durch Polyaddition (Polyisocyanat/Polyhydroxy-Verbindungen oder Polyepoxid/Polyamin) und durch Polykondensation (Alkyd- bzw. Acrylatharze mit Aminharzen).

Ofen- oder Infrarottrocknung

Bei der Ofen- oder Infrarottrocknung werden diese Reaktionen durch Wärme ausgelöst beziehungsweise beschleunigt. Polymerisierbare Lacksysteme können auch mit Ultraviolett- oder ionisierender Strahlung gehärtet werden. Für die UV-Vernetzung, bei der üblicherweise Quecksilberdampf-Lampen als Lichtquellen benutzt werden, sind vor allem Acryl- und bestimmte Polyesterlacke geeignet. Diesen müssen sogenannte Photoinitiatoren auf der Basis von Benzophenon-Derivaten oder Thioxanthonen zugesetzt werden, die bei der Photolyse Radikale liefern.

Impuls-Strahl-Trocknungsverfahren

Das Impuls-Strahl-Trocknungsverfahren (IST) arbeitet ebenfalls mit UV-Strahlen, die jedoch in Form von sehr kurzwelligen hochenergetischen Impulsen eingesetzt werden. Die Lackhärtung durch Elektronenstrahlen (ESH, englisch: electron beam curing = EBC) kann monomerhaltige Lacke zu harten, widerstandsfähigen Filmen polymerisieren. Das Verfahren ist auch bei pigmentierten Lacken problemlos anwendbar und verläuft in Abwesenheit von Sauerstoff. Die Polymerisation erfolgt in Bruchteilen von Sekunden. Die Lackhärtung durch Elektronenstrahlen ist besonders bei hohen Durchsätzen wirtschaftlich.

Holz-Kunststoff-Kombinationen

Zur Verbesserung der Werkstoffeigenschaften von Polymerholz/Kunstholz kann man geeignete Hölzer mit Monomeren wie zum Beispiel Methylmethacrylat, Vinylacetat, Styrol und dergleichen durchtränken und diese durch Erwärmung, Zusatz von Katalysatoren oder vornehmlich durch energiereiche Strahlung zur Polymerisation und zum Aushärten bringen. Als Verbundwerkstoffe sind die Holz-Kunststoff-Kombinationen besonders hart und besitzen darüber hinaus größere Abrieb- und Druckfestigkeit und geringere Feuchtigkeitsempfindlichkeit als Holz; Dimensionsstabilität und Witterungsbeständigkeit sind dagegen nur wenig verbessert. Holz-Kunststoff-Kombinationen werden zu 90 % für Parkettfußböden verwendet, daneben auch in Griffleisten, Treppen oder Messergriffen.1)

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