Analytische Chemie, Physik
Die Transmissions-Elektronenmikroskopie (Transmission von lateinisch transmittere "hinüber schicken") ist das klassische, von Ernst Ruska entwickelte elektronenmikroskopische Verfahren. Dabei wird das zu untersuchende Präparat mit einem Elektronenstrahl anstatt mit einem Lichtstrahl wie in der Lichtmikroskopie durchstrahlt. Das Prinzip dahinter ist, dass sich Elektronenstrahlen, die nahezu Lichtgeschwindigkeit haben, in vielerlei Hinsicht wie Lichtstrahlen verhalten (z.B. Beugung, Bündelung und Ablenkung durch Linsensysteme). Da die Auflösung eines Mikroskops proportional zur Wellenlänge der verwendeten Strahlung ist und Elektronenstrahlen eine deutlich kürzere Wellenlänge als sichtbares Licht haben, lässt sich mit Hilfe eines Elektronenmikroskops eine weitaus bessere Auflösung erzielen, die bei modernen Geräten unterhalb von 1 nm liegt. Dazu werden Elektronen aus einer Glühkathode freigesetzt, im Hochvakuum stark beschleunigt und mit Hilfe von Magnetfeldern (so genannter magnetischer Linsen) zu einem Elektronenstrahl gebündelt. Nach dem Durchtritt durch das zu untersuchende Objekt werden in mehreren Stufen vergrößerte Zwischenbilder erzeugt und das Endbild schließlich z.B. auf einem Leuchtschirm sichtbar gemacht. Da die Elektronen durch das Objekt hindurch treten müssen, die Eindringtiefe von Elektronen jedoch gering ist, müssen die Präparate als Ultradünnschnitte vorliegen, was die Vorbereitung der Proben sehr aufwendig macht.
Siehe auch: Raster-Elektronenmikroskopie, Raster-Tunnelmikroskopie