Pharmazie
Das Prinzip aller Screening-Methoden basiert auf der Affinität, die eine bioakive Substanz zu einem Targetmolekül aufweist. Geeignete Marker zeigen eine solche Affinität nicht nur qualitativ, sondern geben auch ein quantitatives Maß für die Stärke der Affinität - die darauf aufbauenden Methoden sind also skalierbar. Für das Screening standen lange Zeit ausschließlich Tierversuche und einige wenige in vitro-Tests mit reinen oder angereicherten Enzymen zur Verfügung. Erst ab etwa 1970 kamen die ersten Zellkultur-Testsysteme hinzu, die seitdem ständig weiter verfeinert wurden. Heute liegt ein umfassendes Arsenal verschiedener Humanzellkulturen für das Bioaktivitäts-Screening zur Verfügung. Die weitaus meisten Bioaktivitätstests werden heute jedoch mit molekularen Testsystemen durchgeführt. Durch die Entwicklung der Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR) im Jahre 1983 und der Biotechnologie können heute nahezu alle Proteine in für Testsysteme ausreichenden Mengen produziert werden. Neben dem Zeit- ist auch der Kostenfaktor des Screenings (ca. 45% der Gesamtentwicklungtskosten) ein entscheidendes Element des Wirkstoffdesigns. Ein Screening kann entweder gegen ein bestimmtes Target (z.B. ein Enzym oder einen Rezeptor) oder im "Blindflug" gegen möglichst viele potenzielle Targets durchgeführt werden. Damit multipliziert sich jedoch auch die Anzahl der notwendigen Tests (Anzahl der Substanzen in der Bibliothek · Anzahl der Targets).
Die gängigsten Methoden untergliedern sich in:
1. Assay Techniken, die auf Radioaktivität beruhen.
2. Assay Techniken, die emittiertes Licht in Form von Fluoreszenz oder Lumineszenz messen, und
3. Target-unterstützte Methoden.
Siehe auch: high throughput screening