Analytische Chemie

Röntgenstrukturanalyse ist die Bestimmung der Struktur eines kristallinen Stoffes im atomaren Bereich mittels Beugung geeigneter Strahlung am Kristallgitter.

Man verwendet hierfür monochromatische Röntgenstrahlung, die sich verhältnismäßig einfach als charakteristische Röntgenstrahlung einer Röntgenröhre erzeugen lässt. Meist kommt die Molybdän- K α -Strahlung zum Einsatz, da deren Wellenlänge 73,01   p m   optimal für die Beugung an C-C-Bindungen geeignet ist. Alternativ lassen sich auch Neutronenstrahlen oder Synchrotronstrahlung zur Strukturaufklärung verwenden.

Idealerweise wird die Beugung an einem Einkristall durchgeführt (Kristallstrukturanalyse), es ist aber auch die Beugung an kristallinen Pulvern möglich. Diese liefert allerdings weniger genaue Informationen als die Beugung am Einkristall.

Die Kristallstruktur wird aus dem beobachteten Beugungsmuster der Röntgenstrahlen mittels spezieller Software am Computer berechnet. Die Beugungsmaxima geben Aufschluss über die Geometrie der Elementarzelle und die Anordnung der Atome innerhalb dieser Elementarzelle.

Die Beugung der Röntgenstrahlen erfolgt nicht an den Atomkernen sondern an den Elektronen (Rumpf- und Bindungselektronen). Daher lassen sich Wasserstoffatome nur sehr schwer lokalisieren und werden i.A. dem Strukturmodell auf idealisierten Lagen hinzugefügt. Mit Hilfe von Neutronenbeugungsanalyse ist deren Lokalisierung hingegen möglich, da Neutronenstrahlung mit dem Atomkern in Wechselwirkung tritt.

Siehe auch: Röntgenbeugungsanalyse

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