Seit Beginn seiner Tätigkeit in Princeton beschäftigte sich Stanley mit Viren. Als Untersuchungsobjekt diente fortan das
Tabakmosaikvirus, eines der wenigen bekannten Pflanzenviren. Schon 1934 entdeckte er,
dass sich das Virus durch eine Protease inaktivieren
lässt. Ein Jahr später gelang es, das Virus zu kristallisieren; die lange Nadelform des
Virus erlaubte das relativ schnell. Weiterhin konnte Stanley zeigen, dass die Kristalle
zum überwiegenden Teil aus Nucleoprotein und nur zu 6 % aus Nucleinsäure bestehen. Röntgenstrukturanalysen belegten den Aufbau
aus einer fadenförmigen DNA und dem Hüllprotein. Stanley
war der erste, der durch chemische Modifikation
der Virushülle zeigen konnte, dass die Virusaktivität dennoch voll erhalten bleibt. Er
ging aber nicht den konsequenten Schritt, DNA als Erbmaterial zu definieren. Seine
Arbeiten eröffneten den Zwischenraum zwischen lebender Materie und chemischen
Substanzen, deshalb gilt Stanley als der Vater der experimentellen Virologie. |