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TransposonZoomA-Z

Fachgebiet - Genetik

Ein Transposon (von lateinisch transponere "versetzen") ist ein bewegliches genetisches Element, das seine Position innerhalb des Genoms verändern kann. Transposons sind also nicht wie normale Gene an bestimmten Stellen fixiert, sondern können von der einen Stelle auf eine andere transponiert, d.h. versetzt werden ("springende Gene"). Im Prinzip verläuft der Vorgang der Transposition über das Ausschneiden und Wiedereinfügen der Sequenz, wobei der Mechanismus den Prozessen bei der Rekombination ähnelt. Allerdings müssen die entsprechenden Abschnitte keine besonders hohe Homologie aufweisen, weshalb man auch von illegitimer Rekombination spricht. Transposon-Sequenzen enthalten häufig die Gene, deren Produkte für die Übertragung notwendig sind, und darüber hinaus zusätzliche genetische Informationen, z.B. für Enzyme, die Resistenz gegen Antibiotika ermöglichen.

Transposons können anhand ihres Aufbaus und des Mechanismus der Transposition in zwei Klassen eingeteilt werden. Transposons der Klasse I werden aus der ursprünglichen Position ausgeschnitten und in eine andere Stelle des Genoms (oder eines Plasmids) integriert, werden also direkt von Ort zu Ort übertragen, ohne dass eine Kopie an der Ursprungsstelle zurückbleibt. An den Enden ihrer Sequenz befinden sich so genannte IS-Elemente. Transposons der Klasse II hingegen werden zuerst mittels Replikation verdoppelt, danach wird eines der Replikationsprodukte in eine neue Position gebracht, während die zweite Kopie am ursprünglichen Ort verbleibt. Sie haben keine IS-Elemente an den Enden, sondern charakteristische Sequenz-Wiederholungen. Die Neuintegration ist an vielen Stellen des Genoms möglich, es gibt jedoch bevorzugte Orte, an denen es besonders häufig zu einem Einbau von Transposons kommt.