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T-ZellenZoomA-Z

Fachgebiet - Immunologie

Etwa ein Drittel aller Blutlymphocyten sind T-Zellen (thymusabhängige Lymphocyten). Sie können, angelockt durch Alarmbotenstoffe, die Blutbahn verlassen und ins Gewebe einwandern. Über die Lymphbahnen kehren sie in die Lymphknoten zurück, um von dort aus ihren Kontrollgang erneut zu beginnen. Jede T-Zelle erkennt mit ihrem spezifischen T-Zell-Rezeptor nur ein Epitop (eine T-Zelle - ein Antigen). Die T-Zellen werden in folgende Subtypen unterteilt:

Cytotoxische T-Zellen (CD8+-Zellen) sind auf infizierte Zellen und Krebszellen ausgerichtet. Hierzu kontrollieren sie regelmäßig die von Körperzellen gebildeten Proteine. Eine solche Zelle präsentiert dazu kleine Fragmente ihrer hergestellten Proteine in einem Rezeptor, dem Hauptgewebeverträglichkeitskomplex der Klasse I (major histocompatibility complex, MHC I). Erkennt die cytotoxische T-Zelle diese Arbeitsprobe als fremd, z.B. weil sie Teil einer Virushülle ist, tötet sie die kontrollierte Körperzelle und versetzt das Immunsystem mit Cytokinen in erhöhte Alarmbereitschaft.

T-Helferzellen (CD4+-Zellen) steuern und koordinieren eine Immunantwort. Sie kontrollieren die von einem Makrophagen im MHC II präsentierten Proteinfragmente und entscheiden, ob eine Immunantwort eingeleitet wird. Dazu nimmt die aktivierte, reifende T-Helferzelle mit mehreren Rezeptoren direkten Kontakt zur einer B- oder Killerzelle auf und beide Zellen beginnen über Cytokine miteinander zu kommunizieren.

T-Gedächtniszellen sind deaktivierte aber bereits fast vollständig gereifte T-Zellen, die nach einer überstandenen Infektion in Reserve gehalten werden. Sie ermöglichen eine schnelle Gegenreaktion des Immunsystems bei einer erneuten Infektion mit dem betreffenden Erreger. T-Gedächtniszellen sind ein wichtiger Teil des bei einer Impfung gebildeten immunologischen Gedächtnisses.

Regulatorische T-Zellen (TReg, CD25+-Zellen), früher T-Suppressorzellen genannt, haben die Aufgabe, Immunreaktionen gegen körpereigenes Gewebe zu verhindern, eine Schwangerschaft aufrecht zu erhalten und die nützlichen Darmbakterien vor einem Angriff durch das Immunsystem zu schützen (Fehervari, Z.; Sakaguchi, S. (2007): Wie sich das Immunsystem selbst kontrolliert. In: Spektrum der Wissenschaft. , 54-61). Sie sind zentral daran beteiligt eine Immunreaktion zu optimieren sowie überschießende Reaktionen zu vermeiden und somit die Zerstörung des umliegenden gesunden Gewebes zu minimieren.

Die Bezeichnung T-Zellen ist vom Thymus abgeleitet, dem Ort an dem die T-Vorläuferzellen reifen und jene T-Zellen, die gegen eigenes Gewebe gerichtet sind, aussortiert werden. Gebildet werden die T-Vorläuferzellen aus lymphoiden Stammzellen im Knochenmark.

Siehe auch: B-Zellen , natürliche Killerzellen , spezifische Immunreaktion

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Autoimmunität - eine EinführungLevel 130 min.

BiochemieMedizinische Chemie und BiochemieImmunologie

Das Immunsystem ist ein sehr effektiver Schutz zur Abwehr von Krankheitserregern. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es sich jedoch gegen den eigenen Organismus wenden. Oft entstehen daraus schwerwiegende Autoimmunkrankheiten wie die multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis, Diabetes Typ 1, Morbus Crohn oder die Zöliakie.