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Hermann StaudingerZoomA-Z

Biographie

Geboren
23. März 1881 in Worms
Gestorben
8. September 1965 in

Anfang der 1920er Jahre äußerte Hermann Staudinger die Ansicht, dass sehr große Moleküle existierten, die manchmal aus 10.000 oder sogar 100.000 Atomen bestehen könnten. Solche Kettenmoleküle könnten sich z.B. bilden, wenn ein möglicher Ringschluss aus sterischen Gründen nicht stattfinden kann.

Was heute als selbstverständlich erscheint, wurde damals als abwegig angesehen. Dieses Thema wurde in der Wissenschaft lange Zeit kontrovers diskutiert. Es war theoretisch sehr schwierig und experimentell sehr mühsam, Beweise für die Existenz von Riesenmolekülen als Bauprinzip zahlreicher Natur- und Kunststoffe zu finden. Staudinger richtete sein Augenmerk besonders auf Viskositätsmessungen zur Molmassenbestimmung. Erst in den 1930er Jahren konnte sich die Theorie der Makromoleküle durchsetzen.

In der Praxis hatte die Produktion neuartiger Kunststoffe aus Polymeren bereits begonnen. Die Kenntnis der theoretischen Prinzipen erlaubte es, die Eigenschaften dieser Produkte vielfältigen Erfordernissen anzupassen.

1926 folgte Hermann Staudinger dem Ruf der Universität Freiburg, wo er seine Karriere 1956 beendete. 1953 erhielt er den Nobelpreis für Chemie "in Anerkennung der Begründung der Makromolekularen Chemie". Er veröffentlichte mehr als 500 Artikel über makromolekulare Verbindungen, Cellulose, Gummi und Isoprene, aber auch über Themen wie Explosionen, Insektizide, synthetisches Pfeffer- und Kaffeearoma. Hermann Staudinger war mit Magda Woith verheiratet, seiner langjährigen Mitarbeiterin und Co-Autorin.

Chronologie

1881Geboren am 23. März in Worms
Studium der Chemie in Halle, Darmstadt und München
1903Promotion
1907Assistenzprofessor an der Technischen Hochschule Karlsruhe
1912 - 1926Chemieprofessor an der ETH Zürich
1926 - 1956Chemieprofessor an der Universität Freiburg
1953Nobelpreis für Chemie
1965Gestorben am 8. September in