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Split-SyntheseZoomA-Z

Fachgebiet - Makromolekulare Chemie

Die Split-Synthese, im Englischen meist split-mix synthesis genannt, ist ein von dem ungarischen Chemiker Árpád Furka entwickeltes Synthese-Verfahren der kombinatorischen Chemie. Es handelt sich um eine Festphasen-Synthese von Substanzbibliotheken auf einem polymeren Trägermaterial. Das Ziel besteht darin, durch zufälliges Ankoppeln neuer Bausteine eine große Zahl von Verbindungen zu erhalten, wobei ein einzelnes Trägerkügelchen jedoch keine Mischung, sondern nur eine einzelne, definierte Verbindung enthält.

Wie der Name des Verfahrens andeutet, besteht der Prozess darin, die Festphasen-Träger in jeder einzelnen Synthese-Runde zunächst aufzuteilen, den Einbau einer Einheit durchzuführen und danach wieder zu mischen. Beispielsweise gibt es von einem Polymer mit einer Länge von fünf Einheiten, in dem vier verschiedene Bausteine A, B, C und D vorkommen, insgesamt 1024 unterschiedliche Varianten. Zu Beginn teilt man die Kügelchen in vier Gruppen auf und lässt jede Gruppe mit einem Baustein reagieren, so dass es Kügelchen mit gebundenem A, B, C oder D gibt. Die Kügelchen aus den vier verschiedenen Reaktionen werden dann gemischt und zufällig neu in vier Gruppen für den nächsten Reaktionsschritt aufgeteilt, bei dem dann die Verbindungen AA, AB, AC, AD, BA, BB, BC etc. entstehen. Durchläuft man auf diese Weise fünf Schritte, erhält man Kügelchen mit je einem definierten Pentamer, die theoretisch alle möglichen Monomer-Kombinationen abdecken.

Siehe auch: kombinatorische Chemie

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Kombinatorisches WirkstoffdesignLevel 360 min.

PharmaziePharmazeutische ChemieWirkstoffdesign

Das Ziel des kombinatorischen Designs ist es, eine möglichst große Zahl von potenziellen Wirkstoffen aus der Kombination bzw. Permutation einfacher Grundstoffe zu erzeugen. Im Gegensatz zur konventionellen Synthese von Wirkstoffen, die gezielt von wenigen Ausgangsstoffen zu einem oder wenigen gewünschten Endprodukten abläuft, versucht die kombinatorische Synthese eine möglichst große Vielfalt von Syntheseprodukten zu erreichen. Das kombinatorische Wirkstoffdesign lebt vom Prinzip, dass eine große Zahl von testbaren Substanzen auch die Anzahl möglicher neuer Leitstrukturen erhöht. Ein zweiter Vorteil der kombinatorischen Methode setzt ein, nachdem durch Versuch und Irrtum neue Leitstrukturen gefunden wurden. Da es in der kombinatorischen Synthese relativ einfach ist, Strukturen systematisch zu modifizieren, erhöht sich die Chance und vermindert sich der Zeitaufwand, gefundene Leitstukturen zu optimieren.