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scintillation proximity assayZoomA-Z

Fachgebiet - Biochemie, Chemie, Pharmazie

Diese Technologie (gebräuchliche Abk. SPA) gehört zu den hoch sensitiven radiometrischen Testverfahren, die zur Identifizierung von Interaktionen zwischen Molekülen dienen. Dabei ist ein Ligand in der Regel mit einem geeigneten radioaktiven Isotop, wie 3H, 14C, 125J, 35S oder 33P, markiert. Der Interaktionspartner ist an der Oberfläche eines sphärischen Mikropartikels fixiert, welches mit einem Scintillator gefüllt ist (z.B. Yttriumsilicat, Polyvinyl-toluol). Die Oberfläche des sphärischen Partikels kann mit verschiedenen Partnern bedeckt sein. Hierzu gehören u.a. Protein A, Streptavidin, ein His-Tag gekoppelt mit Ni2+ oder Cu2+.

Das Messprinzip beruht darauf, dass nur ein an das - mit einem Scintillator gefüllte und mit Akzeptormolekülen bedeckte - Partikel gebundener radioaktiv markierter Ligand zu einer Stimulierung des Scintillators und anschließend zu einer Lichtemission führen kann. Der minimal einzuhaltende Abstand zwischen markiertem Ligand und dem Scintillator beträgt 1,5 µm. Ist der Abstand größer, so wird die emittierte β-Strahlung durch Kollisionsprozesse mit den umgebenden Lösungsmittelmolekülen dissipiert. Das vom Tritium emittierte β-Teilchen ist hervorragend geeignet, da es in H2O eine äußerst kurze Wegstrecke von nur 1,5 µm zurücklegt. Der Test dient u.a. zur Analyse von Signaltransduktionssystemen, Rezeptor-Agonist-Interaktionen oder Ag-Ak-Wechselwirkungen.

Siehe auch: Screening , high throughput screening

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Kombinatorisches WirkstoffdesignLevel 360 min.

PharmaziePharmazeutische ChemieWirkstoffdesign

Das Ziel des kombinatorischen Designs ist es, eine möglichst große Zahl von potenziellen Wirkstoffen aus der Kombination bzw. Permutation einfacher Grundstoffe zu erzeugen. Im Gegensatz zur konventionellen Synthese von Wirkstoffen, die gezielt von wenigen Ausgangsstoffen zu einem oder wenigen gewünschten Endprodukten abläuft, versucht die kombinatorische Synthese eine möglichst große Vielfalt von Syntheseprodukten zu erreichen. Das kombinatorische Wirkstoffdesign lebt vom Prinzip, dass eine große Zahl von testbaren Substanzen auch die Anzahl möglicher neuer Leitstrukturen erhöht. Ein zweiter Vorteil der kombinatorischen Methode setzt ein, nachdem durch Versuch und Irrtum neue Leitstrukturen gefunden wurden. Da es in der kombinatorischen Synthese relativ einfach ist, Strukturen systematisch zu modifizieren, erhöht sich die Chance und vermindert sich der Zeitaufwand, gefundene Leitstukturen zu optimieren.