zum Directory-modus

SchwarzpulverZoomA-Z

Fachgebiet - Anorganische Chemie

Schwarzpulver ist das älteste Schieß- und Sprengmittel. Es ist in China seit ca. 1200 bekannt. In Europa wurde die Wirkung der aus ca. 75 % Kaliumnitrat (Kalisalpeter), KNO3, 15 % Kohlepulver und 10 % Schwefel bestehenden Mischung angeblich vom Franziskanermönch B. Schwarz im 14. Jahrhundert entdeckt, zahlreiche Quellen belegen jedoch das Gegenteil. Schwarzpulver wird seit dieser Zeit fabrikmäßig produziert und vielfältig verwendet, seit etwa 1865 im militärischen Bereich aber durch rauchschwache Pulver und Explosivstoffe ersetzt.

Beim Schwarzpulver handelt es sich um ein schiefergraues bis blauschwarzes, gekörntes Gemisch, das sich bei 270 °C entzündet und bei 2400 °C unter Volumenzunahme auf das 3000fache explodiert. Der Kalisalpeter wirkt als sauerstoffreiches Oxidationsmittel. Natronsalpeter, NaNO3, ist zwar noch sauerstoffreicher und billiger, dafür aber sehr hygroskopisch, was einer breiteren Nutzung entgegensteht. Der Schwefel erleichtert die Entzündung und beschleunigt die Verbrennung des Pulvers. Als Kohlekomponente wird in der Regel pulverisierte Holzkohle ausgewählter Baumarten verwendet, z.B. Erle, Linde, Buche, Faulbaum.

Im Zuge der – gezündeten – Schwarzpulverreaktion setzt sich geschmolzenes, von der Holzkohle aufgesogenes Kaliumnitrat mit der Kohle u.a. zu Kohlenmonoxid, CO, sowie Stickstoffmonoxid, NO, um. Das dabei gebildete Nitrit reagiert mit Schwefel zu Distickstoffoxid, N2O. Die Gase CO, NO, N2O entstehen – als Folge der vorgegebenen Stoffanteile von Kalisalpeter, Kohle und Schwefel – im explosiven Volumenverhältnis 31 : 21 : 7 und lösen unter Ablauf der folgenden Reaktionen die eigentliche Explosion aus:

NO+CO0,5N2+CO2N2O+CON2+CO2

In besonderen Fällen kommt Schwarzpulver auch heute noch zur Anwendung, so wird es z.B. zu Zündschnüren und Jagdmunition verarbeitet oder dient als Sprengmittel in Steinbrüchen.

Siehe auch: Nitrit , Kohlenmonoxid , Nitro-Verbindungen