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Paul Theodor SchlackZoomA-Z

Biographie

Geboren
22. Dezember 1897 in Stuttgart
Gestorben
19. August 1987 in Stetten (Leinfelden-Echterdingen)

Paul Schlacks größte Leistung war die Entdeckung der Synthese von Poly (ε-Caprolactam) aus Caprolactam im Jahr 1938. Seit 1929 hatte er versucht, spinnbare Polyamide zu erhalten, aber seine Tätigkeiten auf diesem Gebiet wurden zunächst von der IG Farben nicht gefördert. Erst als die Nylon-Patente von DuPont veröffentlicht wurden, intensivierte er neben seinen eigentlichen verfahrenstechnischen Aufgaben auf eigene Faust die Polyamid-Forschung.

Er selbst beschreibt den Durchbruch: "So haben wir denn, mein Laborant und ich, reines Caprolactam mit 1/150 Mol Aminocapronsäurehydrochlorid und einer Spur Wasser in ein Glasrohr eingeschmolzen und dieses in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar 1938 in einem so genannten Bombenofen auf 240° erhitzt. [...] Eigentlich erwarteten wir nur ein halbes Resultat, eine Ermutigung. Doch das Unwahrscheinliche wurde Ereignis. Auch dieser erste Versuch war ein voller Erfolg. Als wir am Morgen das Rohr öffneten, konnten wir ein hochelastisches Formstück Polyamid 6 entnehmen. [...] Sofort war klar, dass die Erfindung in nuce bereits vorlag..." (Quelle: Stuttgarter unikurier Nr. 89 April 2002)

Die Faser wurde zunächst "Perluran", später "Perlon" genannt. Da die Großproduktion von Perlon fast gleichzeitig mit dem Zweiten Weltkrieg begann, wurde die Luftwaffe der erste Hauptkonsument für das neue Material.

Nach seiner aktiven beruflichen Karriere engagierte sich Schlack als Honorarprofessor an der TH Stuttgart beim Aufbau der Abteilung für Chemiefasern. Erst mit 70 Jahren ging er in den Ruhestand. Seinen letzten Vortrag hielt er allerdings noch im Oktober 1985 mit fast 88 Jahren an der Technischen Universität Berlin.

Paul Schlack wurde 1963 Ehrenmitglied des Britischen Textilinstituts und bekam 1968 das Große Verdienstkreuz der BRD verliehen.

Chronologie

1897Geboren am 22. Dezember in Stuttgart
1915 - 1921Studium der Chemie an der TH Stuttgart mit Unterbrechung durch den Militärdienst, Diplom
1945Promotion "Über lineare Polyamide mit Disulfidgruppen" an der Universität Jena
1921 - 1922Assistent am wissenschaftlichen Privatlabor von N. Troensegaard in Kopenhagen, dort erste Arbeiten auf dem Gebiet der Polypeptide
1922 - 1924Assistent an der TH Stuttgart
1924 - 1926Kunstseidenfabrik der Agfa in Wolfen, Entwicklung von Verfahren zur Herstellung von Acetatkunstseide aus Acetylzellulose
1926 - 1945Leiter der Laboratorien und des Versuchsbetriebs der neu gegründeten Acetatkunstseidenfabrik (AcetaGmbH) der IG Farbenindustrie in Berlin-Lichtenberg
1946 - 1955Fabrikleiter in der Kunstfaserfabrik der IG Farben, ab 1952 Hoechst in Bobingen
1955Abteilungsdirektor für Faserforschung bei der Hoechst AG in Frankfurt am Main
1961 - 1968Honorarprofessor des Instituts für Textilchemie an der TH Stuttgart
1987Gestorben am 19. August in Stetten (Leinfelden-Echterdingen)