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Sandmeyer-ReaktionZoomA-Z

Fachgebiet - Organische Chemie

Von T. Sandmeyer 1884 erstmals beschriebene Reaktion, bei der die Amino-Gruppe (-NH2) aromatischer Amine nach deren Überführung in eine Diazonium-Gruppe (Diazotierung) gegen Halogenatome oder Pseudohalogen-Gruppierungen, wie z.B. die Cyano-Gruppe (-CN), ausgetauscht werden kann. Als Katalysatoren dienen Kupfer(I)-chlorid oder -bromid, CuCl bzw. CuBr.

Die Sandmeyer-Reaktion verläuft sehr wahrscheinlich über Aryl-Radikale, die aus den Diazonium-Verbindungen unter reduktiver Abspaltung von Stickstoff, N2, und Oxidation des Cu(I) zu Cu(II) entstehen. Anschließend reagieren diese Radikale mit den Halogenid-Ionen unter gleichzeitiger Reduktion des Cu(II) zum Cu(I), wonach der Katalysezyklus erneut beginnen kann.

Abb.1
Sandmeyer-Reaktion: Diazoniumsalz-Zersetzung unter Kupferkatalyse

Nach einer von L. Gattermann eingeführten Variante kann auch Kupferpulver in Kombination mit Chlorwasserstoff, HCl, oder Bromwasserstoff, HBr, eingesetzt werden.

Die Einführung von Iod gelingt auch ohne Zusatz der Kupfersalze, da das System I/I2 selbst einen geeigneten Katalysator darstellt.

Die Synthese entsprechender Fluor-Verbindungen mit Hilfe der Sandmeyer-Reaktion ist nur schlecht oder gar nicht möglich. Sie gelingt mit der verwandten Schiemann-Reaktion sehr viel besser.

Siehe auch: Amino-Gruppe

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Reaktionen an Aromaten - Nucleophile aromatische Substitution Ar-SNLevel 230 min.

ChemieOrganische ChemieAromatenchemie

Diese Lerneinheit behandelt die im Vergleich zur elektrophilen aromatischen Substitution weniger bedeutsame nucleophile aromatische Substitution, inklusive Mechanismus, Zwischenstufen, Übergangszustände etc. Den Abschluss bildet eine Beschreibung der Gewinnung und der Struktur von Arinen.

Reaktionen an Aromaten (gesamt)Level 290 min.

ChemieOrganische ChemieAromatenchemie

Diese Lerneinheit beginnt mit der Beschreibung des Mechanismus der elektrophilen aromatischen Substitution, inklusive energetischer Betrachtungen der Zwischenstufen und Übergangszustände. Weiterhin werden die Abhängigkeiten zwischen induktiven und mesomeren Effekten und der Reaktivität und der Zweitsubstitution substituierter Aromaten behandelt. Außerdem werden die wichtigsten Reaktionen vorgestellt. Schließlich wird noch die weniger bedeutsame nucleophile aromatische Substitution erläutert, inklusive Mechanismus, Zwischenstufen, Übergangszustände etc.etc.. Den Abschluss bildet eine Beschreibung der "Gewinnung" und der Struktur von Arinen.