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RiboseZoomA-Z

Fachgebiet - Biochemie

Die Ribose ist der Zuckeranteil der Ribonucleinsäuren (RNA). Sie kommt in der Zelle nicht als freier Zucker vor. Das ist eine Eigenschaft, die die Ribose mit allen anderen Pentosen teilt.

1891, also lange bevor ihre Existenz als wichtiger Bestandteil der RNA bekannt war, synthetisierte Emil Fischer (Nobelpreis 1902) die Ribose aus theoretischem Interesse, um seine Zucker-Systematik mit Daten zu füllen [Berichte 1891, 24, p. 4214]. Während man für drei der vier möglichen isomeren Pentosen schon natürliche Quellen kannte (Arabinose, Lyxose und Xylose), war die vierte Pentose noch unbekannt.

Nach gelungener Synthese ausgehend von der Arabinose leitete Fischer aus dem Namen Arabinose den Kunstbegriff Ribose ab, um damit ein Beispiel für eine mögliche systematische Zucker-Nomenklatur zu geben. Hätte er geahnt, welche Bedeutung die Ribose in der Zelle tatsächlich spielt, hätte er vielleicht einen aussagekräftigeren Namen gewählt. Im Jahre 1909 gelang schließlich die Darstellung der Ribose aus dem Inosin, aus Guanosin und aus Hefe-Nucleinsäure durch saure Spaltung der N-glycosidischen Bindung.

Bedeutung erhielt die Ribose durch drei wichtige Beobachtungen:

  • Sie ist nur Bestandteil der leicht hydrolysierbaren RNA und nicht der besonders stabilen Desoxyribonucleinsäuren (DNA) mit der Desoxyribose.
  • Desoxyribose entsteht auch innerhalb der DNA als apurinische Säure und lässt sich über die Feulgen-Reaktion mit dem Schiff'schen Reagenz zur Anfärbung von Chromosomen nutzen.
  • Ihr cis-Diol ist ein wesentlicher Bestandteil der Proteinbiosynthese.
Abb.1
D-Ribose und D-Ribofuranose

Da die Ribose zahlreiche wichtige Funktionen in der Zelle hat, findet man den Stammnamen sehr häufig, z.B. in Ribosom, Ribozym oder Riboflavin. Amerikanische Patrioten behaupten dagegen gern, dass sich im Namen Ribosom der Ort seiner Entdeckung das Rockefeller Institut of Biology versteckt.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

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