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reverse TranskriptasenZoomA-Z

Fachgebiet - Biochemie

Reverse Transkriptasen (abgekürzt RT) sind RNA-abhängige DNA-Polymerasen, die die Umschreibung von RNA in DNA katalysieren. Dieser Vorgang spielt vor allem bei den Retroviren eine Rolle, denn diese RNA-Viren müssen ihr Genom in doppelsträngige DNA überführen, um sich in der Wirtszelle vermehren zu können. Aber auch Menschen verfügen über dieses Enzym, so bringt die humane Telomerase-Reverse Transkriptase (hTERT) als Teil der Telomerase die bei der Replikation verkürzten Telomere wieder auf ihre ursprüngliche Länge. Die Telomerase ist für die praktisch unbegrenzte Vermehrungsfähigkeit von Keimbahn- und Krebszellen verantwortlich. Normale Körperzellen verlieren bei jeder Replikation einen Teil des Telomers, so dass nach 40-60 Zellteilungen die Chromosomen instabil werden, fusionieren oder abgebaut werden. Die Zelle kann sich nicht mehr teilen und stirbt ab.

Die reverse Transkriptase ist als typisches virales Protein ein Ansatzpunkt bei der Entwicklung von AIDS-Medikamenten. Hier wurden Transkriptase-Hemmer entwickelt, die vorwiegend in Kombination mit anderen Wirkstoffen bei der Therapie von HIV-Infekten eingesetzt werden. Die heute verfügbaren RT-Hemmer haben allerdings noch alle erhebliche Nebenwirkungen, da sie auch auf die γ-Polymerase der humanen Mitochondrien wirken.

Siehe auch: reverse Transkription