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PrägungZoomA-Z

Fachgebiet - Genetik

Der Begriff Prägung (englisch "imprinting") beschreibt in der Genetik den Effekt, dass in einem diploiden Organismus die Expression eines Gens davon abhängt, ob das entsprechende Allel von der Mutter oder vom Vater vererbt wurde. Man spricht auch von genetischer oder genomischer Prägung. Aufgrund einer molekularen Markierung, die man bildlich als Präge-Zeichen verstehen kann, unterscheidet sich die von den beiden Elternteilen weitergegebene DNA.

Für die ganz überwiegende Mehrzahl der Gene gilt, dass sie unabhängig von der mütterlichen oder väterlichen Herkunft der Allele von der Zelle benutzt und transkribiert werden können. Unterliegt ein Allel jedoch einer Prägung, wird die DNA auf bestimmte Weise modifiziert und dadurch stillgelegt. Dies geschieht während der Bildung der Gameten im elterlichen Organismus. In der folgenden Generation werden die betroffenen Allele nicht expremiert. Unterliegt beispielsweise das väterliche Allel der Prägung, da während der Spermatogenese Modifikationen stattgefunden haben, so wird im Kind nur noch das mütterliche Allel tatsächlich benutzt. Der Vorgang der Prägung ist jedoch reversibel, d.h. die zugrunde liegenden Veränderungen können wieder entfernt werden, so dass der Effekt aufgehoben wird. Dadurch unterscheidet sich die Prägung wesentlich von Mutationen, die zu einem nicht mehr funktionsfähigen Allel führen und nur in seltenen Fällen rückgängig gemacht werden können. Mutationen verändern die genetische Information, während die Prägung sie unverändert lässt, jedoch vorübergehend ihre Expression verhindert.

Häufig erfolgt die Prägung durch die Methylierung von Basen der DNA im Promotor-Bereich der betroffenen Gene. Durch solche kovalenten Modifikationen werden die chemischen Eigenschaften verändert und z. B. die effektive Bindung von Transkriptionsfaktoren verhindert, so dass der DNA-Abschnitt nicht mehr abgelesen werden kann.

Siehe auch: Epigenetik