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PolyvinylaminZoomA-Z

Fachgebiet - Makromolekulare Chemie

Polyvinylamine (PVAm) sind lineare und wasserlösliche Funktionspolymere. Sie werden, da sie wegen der Imin-Enamin-Tautomerie nicht direkt aus dem Monomer hergestellt werden können, durch partielle Verseifung aus Polyvinylformamid (dieses wird durch radikalische Polymerisation hergestellt) gewonnen. Wenn sie ausschließlich primäre Aminofunktionen in der Seitengruppe enthalten, liegen sie im sauren Medium protoniert vor und stellen damit einen kationischen Polyelektrolyten dar. Durch Copolymerisation mit verschieden modifizierten Seitengruppen und durch die Wahl der Verseifungsbedingungen kann man sowohl kationische als auch anionische PVAm-Typen in einem breiten Variationsbereich sowohl der Molmasse als auch des Hydrolysegrades herstellen.

PVAm hat heute Bedeutung als kationisches Flockungshilfsmittel (Abwässer) und wird direkt bei der Herstellung von reißfesten Papieren als Prozesshilfsmittel zugesetzt. Neuere Anwendungen hat es zur Herstellung von bioverträglichen Beschichtungen auf Implantaten gefunden sowie für spezielle Klebstoffe, bei der Ölförderung und für Hygieneartikel und Kosmetika.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Polymere als FlockungshilfsmittelLevel 230 min.

ChemieMakromolekulare ChemieFunktionspolymere

Die Flockung von kolloidal suspendierten Teilchen kann durch Neutralisation ihrer Oberflächenladung ausgelöst werden. Polymere Flockungshilfsmittel sorgen dafür, dass sich die Flocken zu größeren Agglomeraten zusammenballen. Einige dieser Polymere werden vorgestellt.