zum Directory-modus

PolyoxymethylenZoomA-Z

Polyoxymethylen (POM, Polyformaldehyd, technisch auch Polyacetal genannt) ist ein aus (hauptsächlich) unverzweigten Oxymethylen-Einheiten (-OCH2-) bestehender teilkristalliner Thermoplast. Da die Kettenmoleküle (in der Kette stehen abwechselnd nur Sauerstoff und Kohlenstoff) der chemisch reinen Polyoxymethylene vom Kettenende her leicht abgebaut werden können (es unterscheidet sich nur durch den Polymerisationsgrad von Paraformaldehyd), konnte eine technische Anwendung erst nach der Einführung von stabilisierenden Endgruppen als Schutzgruppe erfolgen. POM wird sowohl als Homopolymer als auch in Form von Copolymeren (meist aus Trioxan mit cyclischen Ethern und Acetalen) hergestellt. Prinzipiell gibt es zwei Darstellungsmöglichkeiten für POM, die anionische Polymerisation von Formaldehyd in Suspension und anschließende Endgruppenstabilisierung sowie die kationische Polymerisation von Trioxan in Substanz mit Lewis-Säuren.

POM zeichnet sich durch hohe Festigkeit, Härte und Steifigkeit in einem weiten Temperaturbereich aus. Es behält seine hohe Zähigkeit bis -40 °C , weist eine hohe Abriebfestigkeit, einen niedrigen Reibungskoeffizient, hohe Wärmeformbeständigkeit, gute elektrische und dielektrische Eigenschaften, sowie eine geringe Wasseraufnahme auf. POM löst sich bei Raumtemperatur nur in Hexafluoracetonhydrat unter Abbau und bei höheren Temperaturen auch in m-Kresol.

POM ist ein universeller Werkstoff für Funktionsteile in der Feinmechanik und im Apparatebau (u.a. für Zahnräder in Stellgetrieben, Schaltnocken, Gleitbuchsen, Andruckrollen, Federelemente, Ventilkegeln oder Schnappelemente, Spielzeugteile). Die Weiterverarbeitung kann sowohl über Spritzguss, Extrusion oder Hohlkörperblasen erfolgen.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

PolyoxymethylenLevel 230 min.

ChemieMakromolekulare ChemiePolymere

Die Lerneinheit beschreibt die beiden Herstellungsverfahren und die Eigenschaften von Polyoxymethylen (POM).