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PolyharnstoffZoomA-Z

Als Polyharnstoffe werden makromolekulare Verbindungen bezeichnet, die die folgende allgemeine Struktureinheit in der Hauptkette enthalten:

Dabei sind verschiedene Gruppen (allgemein R) durch die Harnstoffgruppierung miteinander verknüpft. Polyharnstoffe werden z.B. durch Polyaddition von Diaminen und Diisocyanaten oder durch Polykondensation von Diaminen mit Kohlensäurederivaten hergestellt. So hergestellte "reine" Polyharnstoffe sind hochschmelzende Thermoplaste, deren Glasübergangstemperaturen bei aliphatischen Produkten unterhalb, bei aromatischen deutlich oberhalb von 100°C liegen. Aliphatische Polyharnstoffe lassen sich sowohl aus der Lösung als auch aus der Schmelze verarbeiten, aromatische Polyharnstoffe wegen ihrer Zersetzungstemperatur in der Nähe des Schmelzpunktes nur aus der Lösung.

"Reine" Polyharnstoffe werden nur für Spezialanwendungen eingesetzt. Weite Verbreitung haben jedoch Copolymere mit Polyurethanen als Bestandteilen der Hauptkette. Polyurethanpolyharnstoffe entstehen bei der Umsetzung von NCO-terminierten Polyester- oder Polyetherpolyurethanen mit Diaminen oder Wasser. Fast alle technisch hergestellten Polyurethane (Weich- und Hartschaumstoffe, PU-Elastomerfasern und Polyurethane aus feuchtigkeitshärtenden Ein- oder Mehrkomponenten-Systemen) enthalten Harnstoff-Gruppen. In den meisten Fällen kann man daher Polyurethane und Polyharnstoffe nicht voneinander trennen und viele Materialien, die als Polyurethan bezeichnet werden, sind in der Realität Polyurethanpolyharnstoffe.

Polyharnstoffe sind beständig gegenüber den meisten Medien (Lösungsmittel, Chemikalien, die meisten Säuren und Laugen). Sie finden Anwendung als harte oder flexible Schaumstoffe, für abriebfeste hochglänzende Beschichtungen, auch für rostfreie, schlagfeste Teile in Automobilen.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Einführung in die PolyadditionLevel 25 min.

ChemieMakromolekulare ChemieReaktionsmechanismen

Das Prinzip der Polyaddition wird kurz dargestellt.