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PolyacrylamidZoomA-Z

Polyacrylamid ist ein hartes, glasartiges, hygroskopisches Material, welches meist durch radikalisch initiierte Polymerisation von Acrylamid erhalten wird. Vorwiegend werden dazu die Methoden der Lösungspolymerisation in Wasser und die inverse Emulsionspolymerisation verwendet. Polyacrylamid kann auch durch Strahlung initiiert in reiner Substanz polymerisiert werden. Polyacrylamid löst sich gut in Wasser, ist aber unlöslich in einwertigen Alkoholen und unpolareren Solvenzien, wenig löslich in Dimethylformamid und Glycol. Es hydrolysiert leicht unter Bildung von Carboxy-Gruppen, deshalb enthalten Polyacrylamide meist einen Anteil von 2-6 Mol-Prozent Carboxy-Gruppen.

Wässrige Lösungen mit Polyacrylamid-Anteilen ab fünf Gewichtsprozent sind sehr viskos, konzentriertere gelartig. Die Einstellung einer bestimmten Viskosität ist nicht unproblematisch, da sie durch Alterungsprozesse wieder abnimmt. Dieser Effekt kann allerdings durch Zusatz von Isopropanol zurückgedrängt werden. Polyacrylamide bilden beim Erhitzen unlösliche Netzwerke, im sauren Milieu in Wasser bereits bei Temperaturen oberhalb von 50°C.

Polyacrylamid wird u.a. häufig in der Wasseraufbereitung als Flockungsmittel zur Fällung von Verunreinigungen, als Mittel zur Erhöhung der Reißfestigkeit von Papier oder als Schlichtemittel in der Textilindustrie eingesetzt und in vernetzter Form z.B. als Elektrophoresegel (PAGE). Bei der forcierten Erdölförderung dient Polyacrylamid als "Verdicker" für Wasser, mit dessen Hilfe das Öl herausgepresst wird.

Siehe auch: Polyacrylamid-Gelelektrophorese

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

AcrylpolymereLevel 15 min.

ChemieMakromolekulare ChemiePolymere

Die verschiedenen Polymere aus Acrylverbindungen werden kurz vorgestellt.

Polymere als FlockungshilfsmittelLevel 230 min.

ChemieMakromolekulare ChemieFunktionspolymere

Die Flockung von kolloidal suspendierten Teilchen kann durch Neutralisation ihrer Oberflächenladung ausgelöst werden. Polymere Flockungshilfsmittel sorgen dafür, dass sich die Flocken zu größeren Agglomeraten zusammenballen. Einige dieser Polymere werden vorgestellt.

VerdickungsmittelLevel 240 min.

ChemieMakromolekulare ChemieFunktionspolymere

Hier werden verschiedene Verdicker vorgestellt, deren Wirkung auf einer Quellung oder der Ausbildung von assoziativen Verbindungen beruht. Sie bestehen aus natürlichen, modifizierten natürlichen, synthetischen organischen oder anorganischen Verbindungen. Die meisten Verdickungsmittel entfalten ihre Wirkung in Wasser, es werden aber auch Beispiele für Verdicker, die in unpolaren Substanzen wirken, vorgestellt.

PolyacrylamidLevel 240 min.

ChemieMakromolekulare ChemiePolymere

Struktur, Eigenschaften, Synthese und Verwendung von Polyacrylamid werden dargestellt. Besonderes Augenmerk wird auf die hohe Viskosität wässriger Lösungen von Polyacrylamid gelegt. Als Anwendungsbeispiel wird der Einsatz in der Erdölförderung ausführlicher beschrieben.