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Fachgebiet - Organische Chemie, Toxikologie

Abkürzung für polychlorierte Biphenyle, eine insgesamt 209 Vertreter (Kongenere) umfassende Verbindungsklasse, die nach Anzahl und Stellung der Chlorsubstituenten am Biphenylsystem unterschieden wird. Technisch liegen die PCBs als Gemische vor (Handelsnamen z.B. Aroclor, Clophen, Sovol usw.), die nach ihrem Chlorierungsgrad (30-60 %) und dementsprechend ihren physikalischen Eigenschaften differieren. Die Klassifizierung der PCB-Kongenere erfolgt international nach dem System des deutschen Umweltchemikers Karlheinz Ballschmiter (sog. Ballschmiter-Zahl).

Abb.1
PCB Nr. 180

PCBs wurden ursprünglich wegen ihrer großen thermischen und chemischen Stabilität sowie ihrer Nichtbrennbarkeit und ihrer sehr niedrigen elektrischen Leitfähigkeit als Isolier- und Kühlflüssigkeiten in Hochspannungs-Transformatoren und -Kondensatoren sowie in Hydraulikanlagen und sogar als Weichmacher eingesetzt. Wegen ihrer guten Fettlöslichkeit und ihrer sehr großen Stabilität gegenüber chemischem oder biologischem Abbau sind die PCBs ubiquitär verbreitet und reichern sich in Nahrungsketten an (Muttermilch). Obwohl seit über 20 Jahren der Einsatz von PCBs in den meisten Industrieländern strikt reglementiert ist (BRD 1983) stellen sie bis heute hartnäckige Umweltschadstoffe dar. Zusammen mit den Dioxinen, denen sie in ihrem Umweltverhalten ähneln und für die sie Vorstufen darstellen können, gehören die PCBs mit zu den am intensivsten untersuchten Stoffen. Ihr Nachweis erfolgt in der Regel mittels GC/ECD bzw. GC/MS.