zum Directory-modus

Multidrug-ResistenzZoomA-Z

Fachgebiet - Medizin, Biochemie, Toxikologie

Als Multidrug-Resistenz (MDR) wird die Resistenz gegenüber mehreren Wirkstoffen bezeichnet, die z.B. in der Tumortherapie eingesetzt werden. Für diese Resistenz sind zelluläre Transporter (ABC-Transporter) verantwortlich, die Nährstoffe in Zellen hinein (Importer) oder, wie bei den MDR-Proteinen, Schadstoffe aus den Zellen heraustransportieren (Drogen-Exportpumpen). Durch bestimmte Mutationen, z.B. infolge einer erhöhten Kopienzahl der MDR-Gene, kann eine Zelle gegenüber einer ganzen Reihe von chemotherapeutischen Wirkstoffen resistent werden. In der Praxis bedeutet dies z.B. für einen Tumor, dass seine Tumorzellen gegen einen oder mehrere Wirkstoffe resistent geworden sind und der Patient sehr schlechte Heilungschancen hat.

Für die Entwicklung der Multidrug-Resistenz (MDR) sind beim Menschen vor allem das MDR1-Protein, das Multidrug-Resistenz-assoziierte Protein (MRP) und das Lungen-Resistenzprotein (LRP) verantwortlich. Das MDR1-Protein transportiert verschiedene hydrophobe Substrate, zu denen auch einige cytotoxische Drogen wie z.B. Colchicin oder Vinblastin gehören. Die natürliche Funktion des Säuger-MDR1-Proteins ist vermutlich die Entsorgung von Xenobiotika aus der Zelle.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

ABC-TransportsystemeLevel 360 min.

BiochemieSignal- und StofftransportTransportprozesse

Der Im- und Export von Metaboliten durch ABC-Transportsysteme wird in Eu- und Prokaryonten erklärt und an Beispielen erläutert.