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Eilhard MitscherlichZoomA-Z

Biographie

Geboren
07. Januar 1794 in Neuende
Gestorben
28. August 1863 in Berlin-Schöneberg

Eilhard Mitscherlich wurde am 7. Januar 1794 als Sohn eines Pastors in Neuende (Oldenburg) geboren. Mit Beginn der Schulpflicht kam Mitscherlich nach Jever zu dem Konrektor Schlosser in Pension. Dieser weckte in ihm das Interesse für geisteswissenschaftliche Fächer. Mitscherlich studierte zunächst orientalische Sprachen, insbesondere Persisch (Farsi), in Frankfurt, Heidelberg und an der Sorbonne in Paris. Dann widmete er sich in Göttingen zuerst der Medizin und dann der Chemie. Nach der Promotion in Chemie ging er nach Berlin und arbeitete dort in einem chemischen Laboratorium. Auf Kosten des preußischen Staates vervollkommnete Mitscherlich seine chemische Ausbildung von 1819-1821 beim berühmten Berzelius in Stockholm.

Zu den bedeutendsten Arbeiten gehören seine Untersuchungen zur Isomorphie (Auftreten unterschiedlicher Kristallformen), die Herstellung des Benzols aus Benzoesäure und die Erkenntnis, dass das Benzol C6H6 der Grundkörper der aromatischen Kohlenwasserstoffe ist, was ihm scharfe Angriffe von Justus Liebig eintrug. Die gleiche Abneigung hegte Liebig gegen Mitscherlichs Erkenntnis, dass bestimmte Substanzen eine Zersetzung bzw. eine Verbindungsbildung bei chemischen Prozessen hervorrufen oder beschleunigen können. Berzelius dagegen glaubte an diese von Mitscherlich (an der wasserstoffionenkatalysierten Etherbildung) entdeckte Erscheinung. Er prägte dafür den Ausdruck Katalyse.

Bei der Untersuchung von Zuckern benutzte Mitscherlich als Erster die Fehling'sche Lösung. Seine erfolgreichen Arbeiten über Benzol und Benzolderivate stellen eine erste Grundlage für die spätere Anilinfarbenindustrie dar. Berühmt wurde der in der kriminologischen Untersuchung später regelhaft durchgeführte Phosphornachweis (eine Leuchterscheinung bei der Wasserdampfdestillation) nach Mitscherlich bei Verdacht auf Vergiftung mit weißem Phosphor.

Eilhard Mitscherlich gehörte zusammen mit Justus Liebig und Friedrich Wöhler zu den berühmtesten Chemikern in Deutschland in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Mitscherlich starb am 28. August 1863 in der Schönberger Vorstadt des wilhelminischen Berlins (heute Verwaltungsbezirk Tempelhof-Schöneberg).

Chronologie

1794Geboren am 07. Januar in Neuende
1811Studium der Philologie in Heidelberg
1813Studium der Philologie in Paris
1814Dissertation zum Dr.phil. an der Universität Göttingen
1817Studium der Medizin an der Universität Göttingen
1819setzte seine Ausbildung bei Berzelius in Stockholm fort
1818Habilitation an der Universität Berlin
1821Rückkehr nach Berlin
1825 - 1863Außerordentlicher Professor an der Universität Berlin
1863Gestorben am 28. August in Berlin-Schöneberg