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Richard MüllerZoomA-Z

Biographie

Geboren
17. Juli 1903 in Hartha
Gestorben
07. Juli 1999 in

1941 gelang Müller im Radebeuler chemisch-pharmazeutischen Werk von Heyden, dem späteren Arzneimittelwerk Dresden, die technische Darstellung von Organochlorsilanen. Sie sind die Ausgangsprodukte für die Herstellung von Siliconen. Die Entdeckung war jedoch eher ein Zufallsprodukt. "Ich hatte im Jahr 1932 die Idee, einen künstlichen Nebel zu erfinden, um ganze Städte damit einzuhüllen, falls es jemals wieder einen Krieg geben würde. Damals gab es ja noch keinen Radar", so der Forscher gegenüber einer Dresdner Zeitung. "Doch heraus kam immer nur ein schneeweißes Gas. Nach jahrelangen Versuchen - inzwischen schrieben wird das Jahr 1941 - führte ich die Untersuchungen in eine andere Richtung fort. Da entdeckte ich schließlich eine zähe weiße Masse - das Silicon".

Annähernd gleichzeitig, aber unabhängig erfand der Wissenschaftler Eugene Rochow das gleiche Verfahren in den USA, weshalb die Literatur von der "Müller-Rochow-Synthese" spricht.

In Nünchritz, dem Schwerchemikalienwerk der Heyden AG, wurde eine Siliconproduktion gegründet. Müller unterstützte auch die Gründung eines Institutes für Silicon- und Fluorcarbonchemie im Radebeuler Stammwerk. 1951 wurde ihm der Nationalpreis der DDR verliehen. Richard Müller bewies auch politischen Mut: So übernahm er am 17. Juni 1953 in der Radebeuler Fabrik die Organisation des Arbeiteraufstandes. Da sich Silicon immer mehr durchsetzte, konnten die Kommunisten den weltbekannten Wissenschaftler nicht einfach verschwinden lassen.

Chronologie

1903Geboren am 17. Juli in Hartha
Arbeit im chemisch-pharmazeutischen Werk von Heyden, Radebeul
1954 - 1968Professor für Silicon- und Fluorcarbonchemie an der TU Dresden
1999Gestorben am 07. Juli in