zum Directory-modus

kombinatorische ChemieZoomA-Z

Fachgebiet - Organische Chemie, Pharmazie

(auch kombinatorische Synthese). Teilgebiet der Synthesechemie mit der Zielstellung, durch Kombination und Variation verschiedener Reste an einem chemischen Grundgerüst innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl verschiedener Verbindungen zu synthetisieren und zu charakterisieren, aus der im Anschluss diejenigen mit den gewünschten bzw. optimalen Eigenschaften ermittelt werden. Kombinatorische Synthesen sind durch standardisierte und automatisierte Reaktionsabläufe mit in der Regel minimalen Substanzmengen gekennzeichnet. Sie finden bevorzugt seit etwa Anfang der 1980er Jahre im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung Anwendung.

Siehe auch: Split-Synthese

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Konzept der LeitstrukturLevel 260 min.

PharmaziePharmazeutische ChemieWirkstoffdesign

Die Suche nach neuen Wirkstoffen orientiert sich an den so genannten Leitstrukturen. Dieser Begriff bezeichnet den zwei- und dreidimensionalen Aufbau von Stoffen, die bereits einige der gewünschten Eigenschaften besitzen, aber andere vermissen lassen. Die meisten Leitstrukturen ergaben sich aus pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen und körpereigenen Naturstoffen wie z.B. Neurotransmittern und Hormonen, wobei nur wenige der Vorlagen selbst als Arzneien zum Einsatz kommen. Eine ständig anwachsende Gruppe von Leitstrukturen wurde jedoch auch aus synthetischen Substanzen entwickelt, die klassisch in Tierversuchen auf biologische Wirksamkeit getestet wurden. Heute steht hierzu ein vollautomatisiertes Screening in Zellkulturen sowie molekularen Testsystemen zur Verfügung (High-Troughput-Screening, HTS).

Kombinatorik - ein ExkursLevel 240 min.

MathematikKombinatorikKombinatorik

Die Kombinatorik ist ein Teilgebiet der Mathematik, das sich mit der Untersuchung der verschiedenartigen Anordnungen endlich vieler Elemente beschäftigt. Andere Disziplinen wie die Statistik und die Wahrscheinlichkeitsrechnung bedient sich der Methoden der Kombinatorik.

Kombinatorisches WirkstoffdesignLevel 360 min.

PharmaziePharmazeutische ChemieWirkstoffdesign

Das Ziel des kombinatorischen Designs ist es, eine möglichst große Zahl von potenziellen Wirkstoffen aus der Kombination bzw. Permutation einfacher Grundstoffe zu erzeugen. Im Gegensatz zur konventionellen Synthese von Wirkstoffen, die gezielt von wenigen Ausgangsstoffen zu einem oder wenigen gewünschten Endprodukten abläuft, versucht die kombinatorische Synthese eine möglichst große Vielfalt von Syntheseprodukten zu erreichen. Das kombinatorische Wirkstoffdesign lebt vom Prinzip, dass eine große Zahl von testbaren Substanzen auch die Anzahl möglicher neuer Leitstrukturen erhöht. Ein zweiter Vorteil der kombinatorischen Methode setzt ein, nachdem durch Versuch und Irrtum neue Leitstrukturen gefunden wurden. Da es in der kombinatorischen Synthese relativ einfach ist, Strukturen systematisch zu modifizieren, erhöht sich die Chance und vermindert sich der Zeitaufwand, gefundene Leitstukturen zu optimieren.