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KetoazidoseZoomA-Z

Fachgebiet - Medizin, Biochemie

Die Ketoazidose beschreibt ein Stoffwechselungleichgewicht, bei dem es zur Übersäuerung der Gewebes durch "Ketonkörper" kommt.

Unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. einer Kohlenhydrat-Unterversorgung oder bei Diabetes mellitus Typ 1, werden verstärkt freie Fettsäuren zur Energiegewinnung von der Leber umgesetzt (β-Oxidation). Dabei entsteht jedoch mehr Acetyl-Coenzym A, als von anderen Stoffwechselwegen verbraucht werden kann. Daher wird vermehrt Acetacetat (eine β-Ketosäure) und β-Hydroxy-butyrat, zusammen mit H+-Ionen, aus den Leberzellen in den Extrazellulärraum abgegeben. Die H+-Ionen reagieren mit den HCO3-Ionen des Bicarbonat-Puffers und bewirken ein Absinken des pH-Wertes.

Eine Ketoazidose macht sich durch einen typischen unangenehmen Mundgeruch bemerkbar, der durch ausgeatmetes Aceton (H3C-C(O)-CH3) entsteht, das aus dem Zerfall des Acetacetats (H3C-C(O)-CH2-COO) stammt. Symptome einer Ketoazidose sind Appetitlosigkeit, Übelkeit mit Erbrechen, tiefes Atmen, Blutdruckabfall und starke Müdigkeit. Im Extremfall kann die Ketoazidose zu Bewusstseinsstörungen, Schockzustand, bis hin zum Koma führen.

Abb.1
Reaktionsschema der Ketogenese

Die Reduktion des Acetacetats zum 3-Hydroxy-butyrat wird von dem Enzym 3-Hydroxybutyrat–Dehydrogenase (BDH; EC 1.1.1.30) katalysiert.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

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