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KerbschlagzähigkeitZoomA-Z

Fachgebiet - Materialwissenschaft

Die Kerbschlagzähigkeit (gemessen in J/cm2) ist eine im Kerbschlagbiegeversuch ermittelte Kenngröße der Werkstoffzähigkeit, die eine Aussage über die Empfindlichkeit eines Werkstoffes gegenüber plötzlicher Krafteinwirkung ermöglicht. Sie wird nach einer genormten Methode ermittelt. Damit lässt sich das Verhalten verschiedener Werkstoffe (z.B. Metalle, Kunststoffe) gegenüber plötzlicher, d.h. schlagartiger Beanspruchung, vergleichen. Von einer schlagartigen Beanspruchung spricht man, wenn die Geschwindigkeit der Einleitung äußerer Kräfte in ein Bauteil einen Wert von 500 N·mm-2·s-1 überschreitet. Mit der Ermittlung der Kerbschlagzähigkeit wird besonders der Einfluss von Fehlstellen im Material simuliert, die Schwachstellen für eine mechanische Beanspruchung darstellen.

Die Kerbschlagzähigkeit wird mit einer gekerbten Probe gemessen. Aufgrund der Spannungskonzentration liegen die ermittelten Kerbschlagzähigkeitswerte deutlich tiefer als bei die der Schlagzähigkeit. Der Unterschied zwischen Schlagzähigkeit und Kerbschlagzähigkeit gibt Aufschlüsse über die Empfindlichkeit des Werkstoffes gegenüber äußeren Kräften und über die Wirksamkeit von Füllstoffen. Die Messung der Werte in Abhängigkeit von der Temperatur oder der Zusammensetzung gestattet Aussagen über die Versprödungsneigung dieser Werkstoffe. Zu beachten ist, dass die Form, Tiefe und Art der Herstellung der Kerben im Prüfkörper von großem Einfluss auf Mittelwert und Streuung der Werte beim Kerbschlagversuch sind, deshalb müssen für Vergleiche alle Prüfkörper gleichartig bearbeitet werden.

Siehe auch: Schlagzähigkeit

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Werkstoffprüfung: Mechanische Eigenschaften von PolymerenLevel 240 min.

ChemieMakromolekulare ChemiePolymereigenschaften

Verschiedene Modelle beschreiben die mechanischen Eigenschaften von Polymeren. Zu den Prüfmethoden gehören Zugversuche, Härteprüfung und Schlagbiegversuche. Modul-Temperatur-Kurven ermöglichen die Unterscheidung von Thermoplasten, Elastomeren und Duromeren.