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ImmunsuppressivaZoomA-Z

Fachgebiet - Immunologie, Pharmazie

Immunsuppressiva sind Wirkstoffe, die zur Unterdrückung der Immunfunktion eingesetzt werden.

Einsatzgebiete sind die Unterdrückung

  • zu starker Immunreaktionen, z.B. bei chronischen Entzündungsprozessen,
  • fehlgeleiteter Immunreaktionen, z.B. bei Autoimmunerkrankungen und Allergien, und
  • normaler Immunreaktionen, z.B. in der Transplantationsmedizin.

Immunsuppressiva stammen aus unterschiedlichen Substanzklassen, die in verschiedene Prozesse des psychoneuroimmunologischen Netzwerks eingreifen: Corticosteroide (z.B. das Stresshormon Cortisol und seine Derivate), Derivate von Nucleotid-Basen (z.B. das Cytostatikum Azathioprin), Polypeptide (z.B. Cyclosporin A), Makrolide (z.B. Tacrolimus) und monoklonale Antikörper (z.B. der gegen das Cytokin TNF-α gerichtete Antikörper Infliximab).

Abb.1
Azathioprin
Abb.2
Tacrolimus (FK506)

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Konzept der LeitstrukturLevel 260 min.

PharmaziePharmazeutische ChemieWirkstoffdesign

Die Suche nach neuen Wirkstoffen orientiert sich an den so genannten Leitstrukturen. Dieser Begriff bezeichnet den zwei- und dreidimensionalen Aufbau von Stoffen, die bereits einige der gewünschten Eigenschaften besitzen, aber andere vermissen lassen. Die meisten Leitstrukturen ergaben sich aus pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen und körpereigenen Naturstoffen wie z.B. Neurotransmittern und Hormonen, wobei nur wenige der Vorlagen selbst als Arzneien zum Einsatz kommen. Eine ständig anwachsende Gruppe von Leitstrukturen wurde jedoch auch aus synthetischen Substanzen entwickelt, die klassisch in Tierversuchen auf biologische Wirksamkeit getestet wurden. Heute steht hierzu ein vollautomatisiertes Screening in Zellkulturen sowie molekularen Testsystemen zur Verfügung (High-Troughput-Screening, HTS).