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HistaminZoomA-Z

Fachgebiet - Biochemie, Immunologie

Abb.1
Strukturformel von Histamin

Histamin (2-(4-Imidazolyl)-ethylamin) ist ein biogenes Amin, das bei fast allen Pflanzen, Tieren und Bakterien vorkommt und beim Menschen in Mastzellen, Epidermis-, Magenschleimhaut- und Nervenzellen synthetisiert wird. Dieses Amin entsteht durch eine Decarboxylierung der Aminosäure Histidin und liegt in der Zelle in Vesikeln gepeichert vor. Histamin wirkt im Körper als Gewebehormon und als Neurotransmitter, mit vielfältigen Funktionen:

  • Beteiligung an der unspezifischen immunologischen Abwehr (Mastzellen)
  • Beteiligung an allergischen Reaktionen wie z.B. Asthma oder dem anaphylaktischen Schock
  • Beteiligung an Entzündungsvorgängen
  • Reaktion auf Verbrennungen
  • Regulation der Magensäure-Produktion und der Motilität des Gastrointestinaltrakts
  • Appetit-Regulation (verzehrhemmende Wirkung)
  • Kontrolle des Schlaf-/Wachrhythmus
  • positiv inotrope (Schlagkraft steigernde) und chronotrope (Schlagfrequenz steigernde) Wirkung auf das Herz.

Histamin wirkt im Organismus durch Bindung an die Histamin-Rezeptoren H1, H2, H3 und H4, die zur Familie der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren gehören und u.a. mit Serotonin-, Dopamin- und Adrenozeptoren verwandt sind. Diese Histamin-Rezeptoren werden als Angriffspunkte möglicher Therapien bei Magengeschwüren in der Entwicklung neuer pharmazeutischer Wirkstoffe genutzt.

Weiter Informationen zu Histamin als Leitstruktur.

Literatur

Gossauer, A. (Oktober 2006): Struktur und Reaktivität der Biomoleküle: Eine Einführung in die Organische Chemie. 1. AuflageVerlag Helvetica Chimica Acta, Zürich , 670, ISBN: 978-3-906390-29-1

Siehe auch: Diamin-Oxidase , Histamin-Rezeptor , Neurotransmitter

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeitenLevel 145 min.

BiochemieMedizinische Chemie und BiochemieImmunologie

Eine Einführung in das Thema der Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen. Vorgestellt werden die verschiedenen Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel mit und ohne Beteiligung des Immunsystems. Zusätzlich werden praktische Tipps gegeben, die Auslöser von Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu ermitteln und zu meiden.

3.4 - Cimetidin - Entwicklung von CimetidinLevel 345 min.

PharmazieArzneimittelThemenreise Wirkstoffe

Diese Lerneinheit beschreibt die Weiterentwicklung der ersten Histamin-Antagonisten zum marktfähigen Wirkstoff Cimetidin. Außerdem wird auf die biologische Aktivität, den Metabolismus und die Nebenwirkungen von Cimetidin eingegangen.

3.3 - Cimetidin - Histamin als LeitstrukturLevel 345 min.

PharmazieArzneimittelThemenreise Wirkstoffe

Diese Lerneinheit erläutert die Entwicklung der ersten Histamin-Antagonisten auf der Grundlage der Struktur von Histamin und den Wechselwirkungen zwischen Histamin und seinem Rezeptor auf dem Weg zur Entwicklung eines neuen Medikaments gegen Magengeschwüre.

3.2 - Cimetidin - Histamin, Histamin-RezeptorenLevel 345 min.

PharmazieArzneimittelThemenreise Wirkstoffe

Diese Lerneinheit beschreibt die Zusammenhänge zwischen Histamin und Histamin-Rezeptoren und der Magensäuresekretion als Grundlage zur Entwicklung neuer Ulcus-Therapeutika wie Cimetidin.

3.1 - 3.5 - Cimetidin (gesamt)Level 3100 min.

PharmazieArzneimittelThemenreise Wirkstoffe

Diese Lerneinheit beschreibt die Entwicklung des Ulcus-Therapeutikums Cimetidin. Zu Beginn werden die grundlegenden Informationen zu Ulcera (Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre) aufgearbeitet. Im Folgenden wird die Entwicklung von Cimetidin ausgehend von Histamin als erste Leitstruktur besprochen. Den Abschluss bildet die Besprechung von Optimierungen ausgehend vom Wirkstoff Cimetidin, die zu den modernen hochwirksamen Ulcus-Therapeutika geführt haben.