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Otto HahnZoomA-Z

Biographie

Geboren
08. März 1879 in Frankfurt am Main
Gestorben
28. Juli 1968 in Göttingen

Otto Hahn studierte Chemie und promovierte 1901 "Über Bromderivate des Isoeugenols" in Marburg. Er ging nach London und forschte am University College auf dem Gebiet der Radiochemie. Dabei entdeckte er das Radiothorium, wie sich später herausstellte kein neues chemisches Element, sondern ein Isotop – zu dieser Zeit bestand der Begriff "Isotop" noch nicht - des bereits bekannten Elements Thorium. Nach einem Aufenthalt in Kanada, wo er als Assistent Rutherfords in Montreal arbeitete, wechselte Hahn 1906 an die Universität von Berlin.

1909 wies er gemeinsam mit Lise Meitner den radioaktiven Rückstoß bei der Alpha-Umwandlung nach, 1918 entdeckten die beiden Wissenschaftler das Element Protactinium. In der Zeit des Ersten Weltkriegs diente er der Spezialeinheit für chemische Kriegsführung. Danach wurde Hahn zum Professor ernannt und leitete eine Abteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts in Berlin, dessen Direktor er zwischen 1928 und 1945 war.

Das wichtigste und bahnbrechendste Ereignis in seiner Karriere als Wissenschaftler erlebte Hahn im Jahre 1939 gemeinsam mit Fritz Strassmann mit der Entdeckung der Kernspaltung. Für seine Forschungen über die Kernspaltung erhielt er 1945 den Chemie-Nobelpreis für 1944. Der Preis wurde ihm 1946 überreicht.

Nach dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima fühlte sich Hahn als Entdecker der Kernspaltung persönlich für die Ausmaße der Katastrophe verantwortlich. Er setzte sich zusammen mit deutschen Atomphysikern für den Frieden, die atomare Abrüstung und gegen den Missbrauch der Kernenergie ein.

1948 bis 1960 war Hahn Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Er erhielt zahlreiche akademische Auszeichnungen und Ehrendoktortitel.

Chronologie

1879Geboren am 08. März in Frankfurt am Main
1901Nach der Promotion zum Dr. phil. wurde er Assistent an der Universität in Marburg.
1904Forschungstätigkeit in London; Konzentration auf radiochemische Forschung
1905Forschungstätigkeit in Montreal/Kanada; Entdeckung eines neuen radioaktiven Elements, das Radiothor genannt wird
1910Mitglied der internationalen Radium-Standard-Kommission in Brüssel; gemeinsam mit Lise Meitner und Otto von Baeyer gelingt es ihm zum ersten Mal, Betastrahl-Spektren von einer Reihe radioaktiver Strahlen zu erhalten; dieses Verfahren spielt in der modernen Atomforschung eine wesentliche Rolle; Ernennung zum Professor für Chemie in Berlin
1912Mitarbeiter des neu gegründeten Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie in Berlin-Dahlem
1918Gemeinsam mit Lise Meitner entdeckt Hahn das Element 91, welches den Schlüssel zur Klärung der Zerfallserscheinungen der radioaktiven Elemente darstellt.
1928 - 1945Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts, das er bereits seit 1924 kommissarisch leitet
1938Nachdem Lise Meitner im Zuge der Judenverfolgung nach Schweden fliehen musste, führte Hahn mit seinem neuen Mitarbeiter Fritz Strassmann Experimente.
1945November: Zuspruch des Nobelpreises für Chemie von 1944.
1945Otto Hahn wird in England interniert.
1946Verleihung des Nobelpreises für Chemie von 1944.
1948 - 1960Präsident der " Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften"; in dieser Eigenschaft fordert Hahn immer wieder ein Atomwaffenverbot
1954Auszeichnung mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband
1956Mitglied des Präsidiums der Deutschen Atomkommission für friedliche Nutzung der Atomenergie
1957Unterzeichnung der Göttinger "Erklärung der 18 Atomwissenschaftler" gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen
1959Gründung des Hahn-Meitner-Institutes für Kernforschung in Berlin
1968Gestorben am 28. Juli in Göttingen