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GrippeimpfungZoomA-Z

Fachgebiet - Immunologie

Die echte Grippe (Influenza) ist eine sehr ansteckende Erkrankung der Atemwege, die jedes Jahr etliche Todesfälle verursacht (2005 starben in Deutschland ca. 18.000 Menschen an der Grippe). Besonders älteren Menschen wird daher geraten, sich im Herbst impfen zu lassen. Influenza-Viren verändern sich allerdings von Saison zu Saison - das ist auch der Grund, warum zwar jeder Mensch nach einer Grippeerkrankung Antikörper gegen diese bestimmten Influenza-Viren gebildet hat, aber dennoch von einem anderen Grippeerreger-Subtyp infiziert werden kann. Genauso ist es möglich, gegen Grippe geimpft zu sein und trotzdem an einer (durch einen anderen Subtyp verursachten) Grippe zu erkranken. Daher muss eine Grippeimpfung alljährlich erneuert werden und bietet auch keinen hundertprozentigen Schutz. Vor Erkältungen schützt die Grippeimpfung ebenfalls nicht, selbst wenn die grippalen Infekte oft als Grippe bezeichnet werden.

Die Impfung erfolgt in der Regel mit einem Todimpfstoff, d.h. mit abgetöteten Grippeerregern. Die Zusammensetzung des Impfstoffs hängt vom Aufenthaltsort eines Menschen (Nord- oder Südhalbkugel) ab und ändert sich von Jahr zu Jahr. Für die Grippesaison 2006 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Nordhalbkugel beispielsweise:

  • A/New Caledonia/20/99(H1N1) ähnlich
  • A/California/7/2004(H3N2) ähnlich (A/New York/55/2004)
  • B/Malaysia/2506/2004 ähnlich

Diese Viren werden in 10-11 Tage alten bebrüteten Hühnereiern vermehrt, die Eier dann geöffnet, die Viren geerntet und gereinigt. Da jeder neue Impfstoff intensiven klinischen Studien unterzogen werden muss, bevor er auf den Markt gebracht werden darf, dauert es ca. sechs Monate von der Impfstoffempfehlung durch die WHO bis zum fertigen Medikament. Ein besonderes Problem dieser so hergestellten Impfstoffe sind auch Allergien, die durch Hühnereiweiß ausgelöst werden können. In einigen Ländern ist daher die Impfstoffproduktion in Verozellen (einer tierischen Zellkultur) zugelassen, die erheblich weniger Aufwand als die Produktion in Hühnereiern erfordert.

Ein neuer Ansatz zur Grippeimpfung basiert auf dem M2-Protein, das einen Ionenkanal in der Virusmembran bildet und ein 23 Aminosäuren langes, auf der Virus-Oberfläche exponiertes Segment hat, das bei fast allen Grippeviren identisch ist (M2e genannt). In Tierversuchen erkrankten M2-geimpfte Tiere zwar nach wie vor an Grippe, starben aber deutlich seltener. Auch Imfpstoffe, die auf einem Nucleoprotein (NP) des Grippevirus basieren, werden derzeit getestet. Ebenso wie bei den M2-Impfstoffen könnte eine Immunisierung einen gewissen Schutz bieten, bis, im Falle einer Pandemie, ein spezielles Vakzin verfügbar ist.

Weitere Informationen zur viralen Neuraminiase.

Siehe auch: Influenza