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GramicidinZoomA-Z

Fachgebiet - Pharmazie, Biochemie

Gramicidine sind Peptidantibiotika des Bakteriums Bacillus brevis. An ihrer nicht-ribosomalen Biosynthese im Cytoplasma beteiligen sich zwei multifunktionale Enzymkomplexe.

Gramicidin S ist ein cyclisches Peptid, ein Ring aus zehn Aminosäuren, der sich aus zwei identischen Pentapeptiden mit der Sequenz L-Valin, L-Ornithin, L-Leucin, D-Phenylalanin und L-Prolin zusammensetzt.

Gramicidin D (Freiname Gramicidin) ist ein Gemisch der Gramicidine A, B und C, die sich untereinander nur in der Aminosäure der Position 11 unterscheiden. Es sind lineare Peptide aus 15 Aminosäuren.

Gramicidine gehören zur Gruppe der Ionophore, die sich in Membranen integrieren und Kationen transportieren. Sie bilden Kanäle, die K+- und Na+-Ionen passieren lassen und stören damit die Funktion der Membran als Permeabilitätsschranke. Mit diesem Mechanismus wirken Gramicidine gegen Gram-positive Bakterien.

Ein Gemisch aus Gramicidin D und Tyrocidin, Tyrothricin genannt, findet sich in antibakteriell wirkenden Lutschtabletten, die gegen Halsentzündungen wirken. Außerdem wendet man Tyrothricin in Salben bei infektgefährdeten Entzündungen der Haut an.

Siehe auch: Antibiotika

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

AntibiotikaLevel 290 min.

BiochemieMedizinische Chemie und BiochemieWirkstoffe

In dierser Lerneinheit werden die wichtigsten Antibiotika vorgestellt und ihre Verwendung in der Medizin erläutert.